Disfear, Giuda, Campus Sterminii - Hamburg, Hafenklang, 15.07.2009 |
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DISFEAR verzichten seit Jahren auf bequeme Flüge zu Festivalauftritten und zwängen sich stattdessen in ihren Van, um auf dem Weg zum Festival (und mit einer Woche Urlaub) ein paar Shows zu spielen - so auch dieses Jahr wieder. Hamburg liegt auf der Route Göteborg - Tschechien auf dem Weg und hat zudem eine große DISFEAR-Fangemeinde, die das Hafenklang an einem lauschigen Mittwochabend ziemlich füllt. (lh)
Die beiden italienischen Vorbands hatten es nicht leicht, kaum jemand kannte sie und kaum jemand wollte sie sehen. Während beide Combos drinnen lärmten, spielte sich das Leben vor dem Hafenklang ab, unverbaubarer Elbblick inklusive. (lh) Lassen diese nächsten 30 Minuten erwarten, was für ein Monsun gleich das Hafenklang mit Schweiß fluten wird? Nein. DISFEARs Gitarrist Uffe Cederlund steht mit Ballonmütze draußen und quatscht, Sänger Tompa Lindberg steht noch hinter dem Merch und wartet auf seine Ablöse - der Abgang der vorherigen Band war nicht so schnell geplant wie die Italiener ihre Instrumente hingeworfen haben. Spontanität von seiten der Band bedeutet hier Perfektion für die Zuschauer. Allerdings ist der Nachteil an der perfekten Setlist, dass die Rezensentin viel zu viel damit zu tun hatte, mitzugröhlen, den Armen der Nachbarin auszuweichen und selbst die Faust an der Luft zu schütteln. Tomas Lindberg dirigierte die Choreografie mit seinem ausgestreckten rechten Arm, mit dem er die Konzentration bündelte und das Signal zum Abgehen gab. Interessant übrigens, wie die Location die Performance bestimmt, an selber Stelle hat er schon mal die gleichen Bewegungen zu den gleichen Songs durchgezogen - liegt das an der Bühne oder der Stadt? Trotz der perfekten Setlist setzte sich die Menge nur langsam in Bewegung. DISFEAR warfen mit "The Horns" und "Fiery Father" zwei Überhits als Anheizer aufs Tablett und begrüßten die "beautiful people" die sich zu der Show von "DISFEAR from Gothenburg, Sweden" eingefunden hatten. Bemerkenswert war weiterhin der sehr, sehr hohe Anteil an holder Weiblichkeit im Publikum. DISFEAR spielten inzwischen den neuen Song "Fear And Trembling" von der immer noch neuen Split-7" mit den DOOMRIDERS, mit denen die Band im Spätherbst 2008 auf Tour waren (wir berichteten ). "Arrogant Breed" dieser Wutklumpen gegen Behörden, staatliche Überwachung und Polizeigewalt wird zu einem Song, bei dem es "ok ist zu Tanzen", "The Cage" wird als unser "feministisches Manifest" eingeführt - und endlich bewegte sich die Masse Mensch und ließ Sauerstoffmoleküle im Hafenklang zu seltenen Elementen werden. In einem furiosen Finale wurde mit "Phantom" noch einmal alles, alles, alles gegeben. Und doch bekam der Typ der hinter uns "Tomas, sing uns noch einen" brüllte, auch seinen Wunsch und eine etwas ältere Zugabe. Dabei schön zu hören: Die Trademarks, also das fast röchelnde Zusammenspiel zwischen Rhythmusgitarre und Schlagzeug, sind über die Jahre gleich geblieben - Tompas Vocals und Uffes Melodielinien sind immer ausgefeilter geworden und haben den DISFEAR von heute ihren Stempel aufgedrückt. Auf dessen nächsten Abdruck müssen wir aber noch eine Weile warten, mit einem "bis in 4 Jahren oder so" verabschiedeten sich die Schweden - zunächst stehen die Fertigstellung eines neuen Albums und private Dinge wie Kindererziehung und Beruf auf dem Programm. ... es sei denn, ein Festivalveranstalter ist noch einmal so klug und bucht DISFEAR, dann sind sie sicher wieder gern bereit, auf dem Weg ein paar Deutschland-Gigs zu geben! (laetti) |
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