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Die Zeit schien mal wieder zu Rasen, es brach bereits der vierte und letzte Festivaltag an. Die Gewitter der Nacht hatten sich verzogen und es war niemand so ganz böse, dass sich die Sonne zur Abwechslung mal hinter ein paar Wolken versteckte. Zur besten Käffchenzeit betraten LACRIMOSA die Bühne. Ihre Musik entsprach nicht ganz jener der üblichen Festivalbands und so hatten sie es nicht leicht, die Besucher zu überzeugen. Ein zweiter Punkt war sicher die Sprachbarriere, denn nicht alle Tschechen verstehen die deutschen Texte. Nichts desto trotz gab sich die Band um Tilo Wolff und Anne Nurmi redlich Mühe. Vom Opener „Lacrimosa Theme“ über „Alles Lüge“ und „Lichtgestalt“ bis „Copycat“. Immerhin hatte die Band einen Grund zu feiern. 20 Jahre sind sie bereits im Musikbusiness. Und so überraschte man die Fans mit einem Backdropwechsel während der Show. Auf dem zweiten Backdrop standen Danksagungen in diversen Sprachen. Eine nette Idee, die wohlwollend aufgenommen wurde.
Und dann begann der Siegeszug der deutschen Bands. Zunächst stürmte eine der wohl erfolgreichsten, deutschen Rockladies die Bühne. DORO hatte von Beginn an mit Songs wie dem Opener „Earthshaker Rock“, „Rule The Ruins“ und dem neuen „Running From The Devil“ trotz Erkältung die Fans bestens im Griff. Sie und ihre Mannen rockten unermüdlich, liefen wie wild über die Bühne und lieferten dabei eine ausgewogene Setlist mit den Hits aus fast allen Alben. Nur „Für Immer“ fehlte irgendwie, obwohl dies sicher eine gute Entscheidung für eine Show auf einem ausländischen Festival war.
Weiter ging es mit einem der deutschen Metalhelden schlechthin, der ehemaligen Stimme von HELLOWEEN, Michael Kiske. Nach 17 Jahren Bühnenabstinenz ist er mit UNISONIC endlich zurück. Zwar hat die Band noch kein Album veröffentlicht und es gab auch nicht genug Songs die man hätte spielen können, doch das Medieninteresse und das der Fans war enorm groß. Kurzerhand spielte man den UNISONIC Song „Souls Alive“, den Helloween Track „Kids Of The Century“ und eine Auswahl an Songs vom Place Vendom Projekt. Das war durchaus nahe liegend, denn sowohl Kosta Zafiriou, wie auch Dennis Ward sind neben Mandy Meyer bei UNISONIC mit dabei. Trotz ein paar technischen Problemen feierten die Fans die Band, schlichtweg froh, Michael Kiske endlich wieder live zu sehen. Da kann man sich schon einmal auf das erste Album der Band freuen.
Alle guten Dinge sind drei und so folgte mit ACCEPT die nächste Band aus Deutschland. Und sie lieferten einen weiteren Höhepunkt und wenn nicht gar die beste Show des Festivals. So viel Spielfreude und Energie hat man selten gesehen. Jeder aus der Band poste was das Zeug hielt und bekam das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht in Anbetracht von 25.000 begeisterten Fans. Der neue Sänger Mark Tornillo machte erneut eine gute Figur und konnte mit dem Opener „Metal Heart“ oder auch „Breaker“ sofort überzeugen. Natürlich durfte auch das mal wieder sehr gelungene Drum-Guitar-Solo von Stefan Schwarzmann und Wolf Hoffmann nicht fehlen, bevor mit „Balls To The Wall“ der Höhepunkt und das Ende der Show erreicht wurde.
Nach so vielen deutschen Topacts beschlossen die Eurovision Song Contest Gewinner LORDI schließlich den Abend und das Festival. Einmal mehr beeindruckten die aufwendigen Masken, unzähligen Pyros und die mal wieder enorme Materialschlacht. So gefährlich sie auch aussehen, mit ihrem Humor und der selbstironischen Art bringen sie jeden immer wieder zum Schmunzeln. Ihre eingängigen und leicht zum mitsingen geeigneten Songs trafen auch an diesem Abend natürlich wieder ins Schwarze und so wurden „Heavy Metal“, „Dr. Sin“ oder auch „Get Heavy“ fleißig mitgesungen. Als Überraschungsgast holte man bei „They Only Come Out At Night“ Udo Dirkschneider auf die Bühne. Es war ein merkwürdiges Gefühl, eben noch spielte seine Ex-Band, jetzt stand er mit Lordi auf der Bühne. Doch es schien für beide Seiten ok und so konnte man sich an der Darbietung erfreuen. Mit „Hardrock Hallejulah“ endete die Show und auch das Festival. Es hat einmal mehr sehr viel Spaß gemacht, die entspannte Atmosphäre, die vielen guten Acts, moderate Preise und schließlich die gute Organisation machen einen Besuch immer wieder lohnenswert.
(tennessee)
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