Cradle Of Filth, Christian Death, Usurper in Hamburg - Markthalle, 29.11.2000 |
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Mit Midian haben die Herren um Kreischpimpf Dani Filz wieder mal ein ganz ausgezeichnetes Album abgeliefert, doch auch ihr mörderisch geiler Backkatalog machten den Gig in meiner Wahlheimat Hamburg zum Pflichttermin. So schleppte ich mich an jenem Abend zur sich rasch füllenden Markthalle, um mich erstmal von der Security filthen zu lassen. Nicht gerade gewöhnlich für die Location, doch der Status der Band rechtfertigte die Aktion. Schließlich haben Cradle in England ungefähr denselben Bekanntheitsgrad wie Marilyn Manson. Die erste Vorband des Abends USURPER verpasste ich aus mir schleierhaften Gründen. Ich schiebe die Schuld mal auf eine renomierte Fast-Food-Kette. Ich hätte jedoch auch ohne weiteres noch zwei bis 35 Burger mehr essen können, um mir CHRISTIAN DEATH zu ersparen, denn so etwas schlechtes ist mir selten zu Augen und Ohren gekommen, und glaubt mir: ich hab schon viel gehört und gesehen. Ich kann kaum in Worte fassen, was meine Gehörgänge da penetrierte. Der Schlagzeuger hatte Timingprobleme, wie ein Herz bei Kammerflimmern, die Gitarren klangen nach Mülleimern und der "Sänger" hätte eine ähnlich gute Stimme, wie ein Handelsüblicher Clatronic-Mixer. Nur gut, daß alle Leute auf der Bühne Masken und Kapuzen trugen, denn die waren wahrscheinlich auch genauso häßlich wie Frontkatastrophe Valor. Das einzig Wertvolle an ihrem Auftritt war die Bühnendeko, eine nackte Schönheit an ein Kreuz genagelt, die ich gern in meiner Wohnung hätte. (Wie seid ihr bloß zu denen gekommen, Dörte?) Naja, so hatte ich wenigstens die Möglichkeit, mich nochmal in Ruhe mit Herrn Astra zu unterhalten und auch Herr Jever erwies sich als guter Zuhörer. Als dann die Lichter nach einer verhälnismäßig kurzen Umbaupause wieder ausgingen und die so gut wie ausverkaufte Markthalle, gefüllt mit cirka 700 Nasen, in hysterisches Gekreische ausbrach, waren die Untaten des Supports schnell vergessen und ich hoffte nur noch, daß der Sound gut werden würde. Und das wurde er! CRADLE OF FILTH legten mit "Ebony Dressed For Sunset", dem Opener der Vempire-EP los um dann wie auch auf der geilen Scheibe mit dem göttlichen "The Forest Whispers My Name" weiterzumachen. Ich hatte eigentlich nicht vor den Zugaben mit meinem Lieblingssong gerechnet und somit stürzte ich mich schon frühzeitig in den Mob den ich nach zwei Songs dann aber schon wieder relativ genervt verließ. Keine Ahnung was in letzter Zeit mit dem Publikum los ist, aber zu früheren Zeiten wurden Crowdswimmer oben gehalten, wenn jemand hinfiel wurde Platz gemacht und im Großen und Ganzen war das immer eine recht geile Sache. Heutzutage sieht das eher anders aus. Und noch was: Wenn die Security-Typen schon Kontrollen machen, wieso steht dann in der dritten Reihe immer noch so ein geschminkter Vollidiot mit Killernietenarmbändern die er mir nach Herzenslaune auf meinen nicht dafür ausgelegten Kopf hämmert? Naja, vielleicht werde ich alt. Der Gig an sich hatte aber noch einiges zu bieten. Frontzwerg Filth kreischte sich mal wieder über alle Gesetzte der Stimmbandbelastbarkeit hinweg und gab wieder mal alles. Der neue Drummer der Band erwies sich als würdiger Barker-Nachfolger, auch wenn er lange nicht so kultig aussieht, und auch der Rest der Band gab sich souverän. CRADLE OF FILTH lieferten wieder einmal eine abwechslungsreiche Setlist ab, wie es kaum eine Band schafft. Immerhin muß man sich mal vor Augen halten, daß es die Midian-Tour war, doch Cradle spielten nur wenige der neuen Songs und konzentrierten sich auf das ältere Material. Mir ging vor Freude fast die Hose auf, als schon als vierter Song der Titeltrack der ersten Scheibe "The Principle Of Evil Made Flesh" zu hören war. Die Krönung war dann aber "Summer Dying Fast" vom selben Album. Aber nicht genug damit, daß die Setlist wirklich gelungen war, auch Showmäßig gab es im Vergleich zu den letzten Hamburg-Gigs etwas Neues, nämlich zwei recht schnuckelige Tänzerinnen, die die meiste Zeit relativ geizig mit Klamotten versorgt an den Bühnenenden tanzten und sich zwischendurch ein wenig abschleckten. Für die erste Reihe gab´s sogar Rotwein umsonst! Nur schwierig, den wieder rauszukriegen! Fazit: Schlechte Vorband, kein Freibier, aber ein für alles entschädigender Hauptact! (cs) |
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