Paradise Lost, Within Temptation - Hamburg, Markthalle, 18.02.2003 |
|
|
Nachdem ich PARADISE LOST zuletzt auf der Draconian Times Tour anno 1995 live gesehen hatte, war es mal wieder an der Zeit, die Engländer genauer unter die Lupe zu nehmen. Mit dem aktuellen Silberling konnten die alteingesessenen Gothic Metal Urväter ja wieder einen klaren Aufwärtstrend verzeichnen.
Eines vorweg: Ich kam mal wieder viel zu spät und konnte von WITHIN TEMPTATION gerade noch den letzten Song miterleben. "Ice Queen" ist die Single-Auskopplung vom aktuellen Album "Mother Earth". Ich muss gestehen, dass mich Metal mit Frauengesang (im klassischen Sinne) nie wirklich interessiert hat. Es gab halt ´ne hübsche Sängerin und diverse männliche Musiker, die optisch erschreckende Parallelen zu den Genre-Kollegen von Lacuna Coil aufwiesen. Nun denn, "Ice Queen" kam schmissig daher und bildete anscheinend nicht zu Unrecht das Finale des Sets. Mich hat´s nicht überzeugt, klang das Ganze doch irgendwie wie eine Gothic Metal Version eines Dieter Bohlen Songs. Die Melodien konnte ich jedenfalls schon mitpfeifen, bevor ich sie gehört hatte... Egal, den Leuten schien es zu gefallen und so wurden die Holländer ordentlich abgefeiert. Die Publikumsreaktionen bei PARADISE LOST hielten sich dagegen in Grenzen, zwar gab es nach jedem Song Applaus, doch so richtig abgegangen sind die Leute nicht. Das Publikum schien eh sehr gemischt zu sein. Altrocker, Normalos, Death Metal Maniacs und kleine Mädchen in Gothic-Klamotten standen sich in der gut gefüllten Markthalle die Beine in den Bauch. Und Paradise Lost? Tja, die Herren Musiker wirkten alles andere als motiviert und die neuen Songs zündeten auch nicht so wirklich. Von den Songs der beiden Vorgänger-Alben gar nicht zu reden. Die wahren Highlights konnte man an einer Hand abzählen: "Enchantment", "Hallowed Land" und "Last Time" vom Draconian Times-Album sowie der Übersong "As I Die" vom Geniestreich Shades Of God waren die echten Perlen dieses Abends. Ansonsten konnte nur noch "Say Just Words" wirklich überzeugen. Mein persönlicher Höhepunkt war jedoch der Vogel neben mir der jeden Song mit einer Art Ententanz zelebrierte, mir bei "As I Die" aber auf die Schulter klopfte und mich ernsthaft fragte, ob das ein neuer Song wär, den er noch nicht kenne. Leute gibt´s... Songs vom Icon-Album wurden gänzlich außen vor gelassen, so dass einige Fans der älteren PL-Sachen doch arg enttäuscht bis verärgert den Konzertsaal verließen. Ein durchschnittliches Konzert einer leider nur noch durchschnittlichen Band. Schade! Bei der Konzertflut in der Hansestadt durchaus als überflüssig zu bezeichnen. Fazit: Beim nächsten Mal bleibe ich doch lieber zum Fußball schauen zu Hause... (bjm) |
|