Blind Guardian Open Air - Coburg, 13.06.2003 |
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Schade, schade, schade… Da denkt man sich: klasse, dass jetzt sogar eine Band ihr eigenes Festival auf die Beine stellt. Und dann das. Um Eines sofort vorweg zu nehmen: die Bands waren super - Blind Guardian waren wirklich das Highlight, das sich jeder Fan gewünscht hat-, haben ihr Bestes gegeben, der Sound war perfekt und auch das BGS- Gelände als solches war optimal. Das Wochenende bekam leider durch die (fehlende?) Organisation einen sehr sehr üblen Beigeschmack und machte zumindest für mich die Musik durch all den Ärger eher zur Nebensache, dementsprechend findet man hier auch nur meine wesentlichen Erinnerungen und persönlich gemachten Erfahrungen an dieses/ diesem Wochenende... Zunächst waren wir froh, schon donnerstags angereist zu sein. Das Chaos, das sich uns nämlich bereits Freitag in den Morgenstunden eröffnete, ließ vermuten, dass so einiges nicht sehr durchdacht war. Offensichtlich gab es eine absolute und unverständliche Fehleinschätzung, wie viele Menschen nun tatsächlich an diesem Wochenende das schöne Coburg bereisen würden und natürlich auch ihre Zelte dort aufschlagen wollten. Die Security wartete mit der Öffnung weiterer Campingplätze extrem lange, so dass die Leute zunächst zusammengepfercht wurden, bevor man eine weitere Wiese für Zelte freigab. Zwar war im Vorfeld mindestens ein Campingplatz als "Camping & Parken" ausgewiesen worden, sein Auto durfte man jedoch in keinem Fall mit zu Zelt nehmen. Aufgrund des allgemeinen Platzmangels schaute ich dann wohl auch etwas dümmlich, als ich direkt hinter meinem Auto auf dem Parkplatz das Zelt einiger Leute fand, die aus reiner Verzweiflung das letzte Fleckchen Grün von etwa 2 x 2m für zwei Tage als ihre Heimat auserkoren hatten. Sie büßten mit Zeckenbefall an ihren Körpern. Von den armen Teufeln, die nichtmal mehr auf dem Gelände parken duften und ihre ganze Wochenendausrüstung mehr als einen Kilometer schleppen mussten, möchte ich erst gar nicht sprechen. Auch das Thema Security gestaltete sich als ein eigenes. Zunächst war meine Begeisterung groß, wie viele dieser Leute an diesem Wochenende eingesetzt wurden. Leider erwiesen sich nur die wenigsten als freundlich und hilfsbereit, besonders die weiblichen Mitglieder schienen Stress durch Pampigkeit zu kompensieren. Abgesehen davon bekam man von jedem, den man fragte, andere Auskünfte, sei es, wo die Tageskasse oder der Pressepoint zu finden sind, noch, wann etwas beginnt, geöffnet hat, etc.. Die einzigen beiden freundlichen und hilfsbereiten Menschen saßen am Infopoint auf dem Campground . Nochmal ein großes Lob an Euch, auch wenn ihr ebenfalls nicht wirklich Ahnung hattet, ihr habt es zumindest versucht und die Stellung gehalten! Sicher, wenn man Besucher eines Festivals ist, gehören Waschen und Toilettenbesuche nicht unbedingt zu den Hauptacts des Tages. Dennoch empfinde ich es als extrem unangenehm, wenn nicht sogar unwürdig, für 5000 Leute (Zahl ist Aussage des Veranstalters) pro Geschlecht 6 Toiletten und 5 Duschen zur Verfügung zu stellen. Zwar kamen später die guten alten Dixis auf dem Festivalgelände hinzu, waren aber rein quantitativ auch nicht der riesige Bringer. Von deren Hygiene mal ganz zu schweigen. Das Bild rundete sich im Laufe der Zeit dadurch ab, dass Autos bei der Auffahrt auf den Campground nach Getränken gefilzt wurden, die offen zu sehen waren, man zwar kleine Plastikflaschen und Tetra-Packs bis zu 1,5l mit auf das Festivalgelände nehmen durfte, sie aber beim Ausgang!!! auf den Campingplatz von der Security abgenommen bekam; es die 5€ Müllpfand nur zurück gab, wenn der Müllsack mindestens halb gefüllt war (was sich gerade für unsere Zeltnachbarn als sehr schwer erwies, da sie doch sichtlich Probleme hatten, in zwei Tagen mit vier Leuten vier Müllsäcke zu füllen, gerade in Zeiten des Flaschen- und Dosenpfandes); die Security nicht eingriff, als nachts um vier einige Leute Bänke, Dixis und Flaschen durch die Gegend warfen und randalierten, obwohl doch groß angekündigt wurde dass zwischen 00:00 und 08:00 Uhr morgens Ruhe herrschen sollte, das Grillverbot gab es allerdings schon ab 23:00 Uhr; oder aber dadurch, dass man den Campground nun doch bis 12:00 Uhr mittags zu räumen hatte, obwohl die angekündigte Zeit 16:00 Uhr war. Letzteres verkündete ein netter Mensch der Security Sonntag um 10.00 Uhr morgens mittels eines riesigen Megaphons. Apropos Ankündigungen: die FAQs für dieses Festival wurden dann doch bereits am Mittwoch zuvor veröffentlicht. Aber vielleicht haben die Leute, die bereits auf dem Weg nach Coburg waren, ihr WAP- Handy ausgepackt , um sich zu informieren. Nach diesen bereits vorhandenen organisatorischen Mängeln kam dann noch der Zeitplan für die Bands hinzu. Sicher hat auch hier jeder Verständnis, dass sich das ein oder andere verschiebt, nett wäre aber die Kommunikation mit den Festival- Gästen gewesen. Daß zwei Bands (Iron Savior und Mägo De Oz) ausfielen, bekam man nur mit sehr viel Glück mit. Der erste Tag begann bereits 35 Minuten später, ich nehme an, dass dies genau die eingeplanten 35 Minuten für die ausgefallenen Iron Savior waren. Von Beginn an hatte man jedenfalls keine Chance, sich nach der Running Order zu richten, selbst Blind Guardian starteten ihren Gig völlig außerhalb des Zeitplans. Ach ja, Kommunikation: nachdem einige Leute bereits Samstag Abend ihre Zelte abgebrochen hatten, da sie über ihr eigenes privates Radio oder zufälliger Weise am Infopoint stehend eine Unwetterwarnung gehört hatten (Wind bis 110 km/Std.), war ich im Nachhinein dann doch recht froh, dass eben dieses Unwetter an uns vorbeigezogen ist. Sicherlich sollte man unter den Leuten keine Panik verbreiten, aber eine solche Warnung zum richtigen Zeitpunkt auch auf dem Festivalgelände und nicht nur am Zeltplatz zu kommunizieren, wäre doch sehr schön gewesen. So oder so war es sehr schade, das Festival hätte wirklich rundum ein Erfolg werden können, ich könnte hier jetzt noch weitere kleinere Fauxpas aufführen, aber was soll man sich im Nachhinein noch aufregen. An dieser Stelle möchte ich mich bei unseren Lesern entschuldigen, dass ich weiter nichts über die Bands berichte, die an diesem Wochenende ihr Bestes gaben. Doch wie bereits anfangs erwähnt, überwiegen bei mir leider andere Eindrücke. (cora) |
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