Mondo Generator - Hamburg, Logo, 21.12.2003 |
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Als wenn der gute Herr Oliveri nicht schon genug zu tun hätte. Hauptberuflich Bassist und neben Josh Homme Vizechef bei den QUEENS OF THE STONEAGE ist der gute Mann noch bei zig anderen Projekten beteiligt, nennt sich ebenfalls Initiator der legendären Desert-Sessions und basste bekanntlich auch bei den Stoner-Göttern KYUSS. Die Liste der weiteren musikalischen Aktivitäten würde den Rahmen sprengen. Jetzt hat Nick mit MONDO GENERATOR ein weiteres dickes Pferd im Stall. Aber halt! Moment! MONDO GENERATOR sind nämlich gar nicht so neu, sondern existieren schon seit 1997 und nach dem mit "Cocaine Rodeo" betitelten Debütalbum gibt es nun den Zweitling "A Drug Problem That Never Existed" auf die Ohren. So viel Maloche geht jedoch irgendwann selbst dem längsten Bart an die Substanz und so fiel das geplante Interview mit der Wüstenrock-Ikone an diesem Tag kurzer Hand ins Wasser. Erklärung des Tourleiters:"Sorry, Nick hat gerade 22 Monate Tour hinter sich, ist hundemüde und muss erst einmal ein wenig schlafen." Schade, aber verständlich. Der Auftritt an diesem regnerischen Dezemberabend im Hamburger Logo ließ von Müdigkeit allerdings keine Spur erahnen. Zwar schien el´ Chefe eine ganze Menge Schlaf zu benötigen, denn die werten Rockstars ließen lange auf sich warten, aber als sie (ohne Supportband) dann endlich gegen 22.00 Uhr auf die Bühne kamen, brach das Inferno los. Die schätzungsweise 100 Anwesenden Gäste begrüßten den sympathischen Ami und seine illustren Mitmusiker euphorisch, allerdings war davon kaum etwas zu hören, denn die Generatoren waren in erster Linie LAUT! Kompromisslos und ohne großartige Kommentare holzte sich die Band durch das Set und Nick Oliveri zeigte, dass er einen großartigen Frontmann abgeben kann. Ja, ihr lest richtig, Nick schwingt bei MONDO GENERATOR nicht den Bass, sondern brüllt sich am Mikro heiser. Instrumental wird er dabei von der Créme der amerikanischen Stoner Szene unterstützt, so spielt niemand geringeres Drums als Brant Bjork, der auch bei KYUSS aktiv war, bei FU MANCHU trommelt und weiterhin mit seiner eigenen Band BRANT BJORK AND THE OPERATORS Platten veröffentlicht. An der Gitarre die zweite Koriphäe: Dave Catching wirkte nicht nur bei allen bisherigen QUEENS OF THE STONEAGE-Alben mit, sondern nennt sich zudem Gitarrist bei EARTHLINGS? und TEXORCIST. Am Bass sorgt Molly Maguire nicht ausschließlich für die tiefen Töne, die ebenfalls bei EARTHLINGS? tätige Bassistin ist nebenbei für eine gehörige Portion Sex-Appeal zuständig. Wer an diesem Abend allerdings allein des Queens-Bonus wegen angereist war, wurde enttäuscht, denn mit dem verhältnismäßig moderaten Rock der Hauptband Oliveris hatte das nicht wirklich viel zu tun. Die Allstars zogen mit Songs wie "So High So Low”, "Here We Come” oder auch "Jr. High Love” knüppelharten Stoner-Punk-Core vom Leder, dass sich viele der Anwesenden sich nur ungläubig am Kopf kratzten. Molly wirbelte wie auf unheimlich viel Speed durch die Gegend, der farbige Brant glänzte nicht nur mit seinem "White Boy"-T-Shirt, sondern vor allem durch grundsolides Drumming und auch wenn Dave an der Gitarre mit Bewegung sparte, machte sein meterhohes Charisma die fehlende Agilität ohne Zweifel wett. Das für gewöhnlich sehr träge Hamburger Publikum zeigte sich vorweihnachtlich ebenfalls in Bestform und dankte es mit Euphorie. MONDO GENERATOR sind sicherlich nicht die QUEENS, aber eines machte Oliveri mit seiner Haudrauf-Kapelle wieder einmal klar: er besitzt musikalische Klasse ohne Ende. Eins, setzten! (cs) |
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