SureShot-Woche zweiter Tag, die Frisur sitzt. Zum Tanz bitten heute TAPE aus Hamburg, die soeben noch mit Limp Bizkit durch die Lande fuhren und ZENZEI aus Berlin, die den Abend eröffnen. Gar nicht mal so schlecht, was die sieben (7) Musiker dort auf der Bühne abliefern. Musikalisch nahe an den Headlinern des Konzertes, durch die drei Frontmänner -inklusive einer Frau- jedoch um einiges vielfältiger, rocken sich die Herta-Fans durch ein energiegeladenes Set, das vor allem durch Kurzweiligkeit besticht. Das Publikum reagiert der Musik entsprechend euphorisch, denn die Hauptstädter machen alles richtig. Fette Riffs, eingängige Refrains und der abwechselnd mal aggressive, mal melodische Gesang passen nicht nur in gängige Neu-Metall-Schemata wie Arsch auf Armani-Klobrille, sondern vor allem in die Gehörgänge der wohl um die 130 Anwesenden. Hardcore, Metal, Hip-Hop, Soul, die Einflusspalette dürfte länger sein und auch in Sachen Bühnenshow kann kaum noch etwas dazu gelernt werden. Lediglich ein paar True-Metal-Fans, die sich aus unbekannten Gründen an diesem Abend in den Ballroom verirrt haben, geben zuweilen ihren Unmut über die ach so trendige Musik laut zum Besten. Aus meiner Sicht jedoch alle Daumen nach oben, der Plattendeal sollte nur noch eine Frage der Zeit sein.
TAPE gehen gut gelaunt auf die Bühne und leise Zweifel, ob der sympathische Vierer die Stimmung halten könne, werden im Keim erstickt. Heimspiel! Das Publikum frisst Dacia und Kollegen von der ersten Minute an aus der Hand (zugegeben: wer kann so schönen Händen widerstehen?) und feiert Songs wie "Try2", "Shake" oder auch das göttliche "S.D.B." vom ersten und bis jetzt einzigen Album "#1" frenetisch. Die charismatische Sängerin, zum Anlass passend in Motörhead-Oberteil und Lederröckchen (wobei durchaus auch die Bezeichnung Gürtel zutreffend wäre) gekleidet, genießt es, vor heimischem Publikum aufzutreten, war man doch noch zwei Tage zuvor mit Fred Durst und seiner Kekstruppe unterwegs. Ihre Aufforderungen an die sabbernde Meute vor der Bühne, es mal so richtig krachen zu lassen, werden zwar nach bester Hamburg-Manier nicht in letzter Konsequenz umgesetzt, doch für Ballroom-Verhältnisse sind die Sprunghöhen der Tape-Fans beachtlich. Auch die Musiker-Fraktion gewinnt ganz klar den Preis in Synchron-Hüpfen und trotz schwindelerregender Höhen bleibt sie zu jeder Sekunde Präzise wie ein Uhrwerk. Als TAPE nach drei lauthals geforderten Zugaben dann das Songmaterial ausgeht, wird einfach noch einmal "Yeeha" hinterher gespielt. Einziges Manko eines sonst einwandfreien Gigs.
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(cs)
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