Konzertbericht

SureShot Woche - Dark At Dawn, Mindfield, Liquid God, 19.03.2004

Tag vier der SureShot Woche. LIQUID GOD aus Hamburg grunzten sich für den Abend mit "Follow Me" warm - und nahmen das ziemlich volle Headbangers in eine Reise durch ihre bisherige musikalische Entwicklung mit. Auch heute stand die Luft, aber im Gegensatz zu gestern fehlten noch einige Leute oder einige Flaschen Öl für das Sardinenbüchsen-Gefühl. Wer LIQUID GOD heute das erste Mal sah, war mit Sicherheit erstaunt, eine immer noch vergleichsweise junge Band vor sich zu haben, denn die vier Jungs haben in den vergangenen eineinhalb Jahren bestimmt jeden Club in Hamburg von innen gesehen, sind bei jeder sich bietenden Gelegenheit als Vorband eingesprungen, zuletzt bei End Of April. Das zahlt sich jetzt aus, homogen stehen Roman, Chris, Gregore und Hansemann hier auf der Bühne, ziehen ihre Songs als Einheit durch. Und die Songs haben es in sich, man irgendwo in der Schnittmenge aus Katatonia und Tool, Opeth und Glassjaw, von eingängigem Melacholiker-Rock mit zweistimmigem cleanen Gesang bis zu heftigen Attacken und wiederum eher doomigen Stücken. Gerade diesen eher langsamen Stücken wie "Evolution" gibt Hansemann den richtigen Punch. Cooles Heimspiel, schickes Backdrop, diesen Laden habt ihr gerockt. Nur - englische Ansagen, das geht überhaupt nicht, wenn man als deutsche Band in einem Club in Deutschland spielt - von den anwesenden Schweden kann einer deutsch und die anderen zehn hatten schon Schlagseiten. Aber das entschädigen die neuen beiden Songs "Silent Terror" (Pink Floyd covern Anathema im Bauch eines Wales) und "Beyond The Realms Of Reality" absolut.

Hossa, freute sich das Ohr anschließend, denn MINDFIELD aus Hamm haben wenig mit dem zu tun, was ihnen als Ruf voraus eilt: Hardcore-lastiges Zeug hatten die einen erwartet, die anderen Anklänge an Sentenced - beides nada. Die Westfalen stiegen zwar mit einem Uptempo-Rocker in ihren Set ein, aber, chapeau - der Sänger hört sich nach einer Kreuzung aus Olli Perau von Terry Hoax und Andrew Eldritch von den Sisters Of Mercy an. Während diesem Rocker und zwei eher Goth-poppig zw. gothic/groovy angehauchten Stücken war die Crowd angenehm überrascht, zu Song vier leerte sich der Ballroom dann aber erheblich. Mit "Destination 666" konnten MINDFIELD noch einmal die da gebliebenen Fischköppe auf ihre Seite ziehen. Der Sound wurde zum Schluss ziemlich unerträglich, und anscheinend ältere Stücke in der Manier der frühen Paradise Lost damit zur Ohrenfolter.

Nächster radikaler Wechsel, DARK AT DAWN aus Osterrode im Südharz spieen schon eine kleine Ewigkeit Metal. Eigentlich muss man das jetzt fett drucken: METAL. Normaler Weise ist im Headbangers freitags Power-Metal-Tag, und DARK AT DAWN hätten nicht besser reinpassen können. "Way"- Light" - "Sky" - Songs wie "The Sleepwalker" und "Within The Light" konnten die meisten Anwesenden textsicher mitsingen. Thorsten Kohlrausch hat einen faszinierenden Reibeisen-Bariton. Metal kann so mitreißend sein, jedes Lick ein Treffer, die Riffs in bester Iron-Maiden-Kavallerie. Cooler Abschluss, und Futter für die anwesenden Headbanger.

LIQUID GOD:

Follow Me
Nothing Left
Touch The Sky
Breathe
Evolution
What´s Going On
Silent Terror
Beyond The Realms Of Reality

DARK AT DAWN

Within The Light
Baneful Skies
The Sleepwalker
A Sleep In A Watery Red
Out In The Fields
Maid Of Stone
Daybreak
Silva Mea
A Winter´s Dream
Warrior
Frozen Tear
--
The Voice of The Gods
Legendz
Don´t Pay The Ferryman

Eure Meinung zum Konzert?

(laetti)

 
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