Konzertbericht

Rough Silk, Gothic Fate, Kickstart - Hamburg, Headbangers Ballroom, 26.03.2004

Hurra, es war Freitagabend und wieder mal Konzerttag im Headbangers Ballroom in Hamburg. Die Mischung versprach aus musikalischer Sicht viel Abwechslung. Den Start machte die Band KICKSTART, deren Mitglieder von der Band Chalice einigen bekannt vorkommen werden. In diesem Nebenprojekt spielen Sie allerdings ausschließlich Coversongs. Die drei smarten Herren gaben sich redlich Mühe, doch so ganz wollte der Funke im recht gut gefüllten Headbangers Ballroom noch nicht überspringen. Die manchmal ein wenig abgewandelten Coversongs sind hauptsächlich aus der Zeit, wo Hardrock und Metal noch am Fernsehen und im Radio gespielt wurden und für gute Laune sorgten. Etwas enttäuscht war ich von "Fool For Your Lovin" und "Gypsy Road", die leider nicht ans Original heran kamen. Schade schade, hatte ich doch vorher schon einige positive Reaktion von anderen Gigs gehört.

Setlist:
Kickstart My Heart
Hey Stoopid
Fool For Your Lovin
Gypsy Road
Mighty Quinn
Youth Gone Wild
Cum On Feel …
Touch Too Muck
Rock´n´Roll All Nite

Im krassen Gegensatz zu den Songs von Kickstart stand die nachfolgende Melodic Power Metal Band GOTHIC FATE. Alle Achtung kann man da nur sagen. Schon vom ersten Song an hatten Sie die Sympathien der meisten im Club und selbst mir fiel es beim Fotografieren bisweilen schwer, mal still zu stehen. Mit dem Opener "Angel Of Sin" haben sie einen ordentlichen Anfang gemacht, der dann auch verdientermaßen mehr als den Höflichkeitsapplaus erhielt. Mit den folgenden Songs konnten sie diesen Standard durchaus halten. Auch bei Gothic Fate dürfte der Bassist von einer anderen Band bekannt sein. Seit diesem Jahr unterstützt Uwe Wessels (Ex-Gamma Ray) die Hamburger Kombo. Wie auch bereits bei der Band zuvor, war an diesem Abend in Gedenken an die kürzlich verstorbene Lichttechnikerin des Hauses, Jacqueline, Standlicht. Der ruhigere Song "Remember" wurde ihr gewidmet und erinnerte sicher einige, wie auch mich, an die viel zu früh von uns gegangene Jacqueline. Bei dem Metallica Coversong "Enter Sandman" schwächelten leider manchmal die Textpassagen. Anerkennung verdient weiterhin die Zugabe "Breaking The Law", die spontan von einem Gast des Ballroom überraschend gut gesungen wurde.

Setlist:
Angel Of Sin
Lies
Nightmare
Remember
The Healer
Bleed
Enter Sandman
Black Knight
Pride
Breaking The Law

Nach einer sehr kurzen Umbaupause folgte der Headliner des Abends ROUGH SILK, stilistisch im Vergleich zu Gothic Fate ein weiterer Kontrast, wesentlich ruhiger und wie man es von ROUGH SILK erwartet, openminded für Einflüsse aus allen Musikrichtungen. Nach knapp 1 ½ Jahren war es das erste Konzert wieder einmal in Hamburg. Wie schon beim damaligen Auftritt und auf der neuen CD wurden die Vocals auf alle Musiker verteilt, welches den Songs wesentlich mehr Abwechslung gab. Die vier machten einen wirklich guten Job und das Fehlen eines "Hauptsängers" viel nicht im geringsten ins Gewicht. Leider wurde der Ballroom im Laufe des Auftrittes leerer, was weniger an dem Gig, als an dem konträren Musikstil zur vorherigen Band gelegen haben mag. Von Nackenbrechersongs zu den vielseitigen und gerne mal mit Sambamelodien o.ä. unterbrochen Songs von ROUGH SILK schien der der Kontrast für einige zu groß zu sein. Die Fans von ROUGH SILK störte dies wenig. Mit einem gelungenen Mix aus den letzten Alben und der aktuellen Veröffentlichung zeigten sie wieder einmal, dass Hardrock und Metal durchaus Einflüsse aus allen Musikrichtungen Platz bieten kann. Hervorzuheben ist sicher "Symphony Of Life" mit einem sehr gelungenen Chorus und "Walls Of Never" samt Drumsolo. Der Titelsong des aktuellen Silberlings "End Of Infinity" wurde ebenfalls Jacqueline gewidmet, die bereits vor vielen Jahren im Logo für die Band das erste Mal am Lichtpult stand. Wie bereits in der Hamburger Tageszeitung angekündigt, durfte bei diesem Song das Akkordeon nicht fehlen, ein ungewohnter Anblick auf einer Metalbühne, aber mehr als passend und gelungen zu diesem Stück. Sehr beeindruckend war erneut die Unterstützung von zwei Gästen an den Vocals beim Song "Never Say Never". Nach einer Zugabe war es dann auch schon wieder halb eins und ein sehr abwechslungsreicher Abend neigte sich dem Ende.

Setlist:
Nice Day For A Funeral
Lucifer´s Hotel
Restless Heart
Ambrosia
Nosferatu
Walls Of Never
Savannah
Circle Of Pain
Something To Believe In
Thunder, Rain & Lightning
Symphony Of Life
My Last Farewell
End Of Infinity
Carry On
Never Say Never

(tennessee)

 
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