Soulfly, Mad Doggin - Hamburg, D-Club, 20.05.2004 |
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Hamburg, Christi Himmelfahrt, 19:00Uhr, überall betrunkene Herren. Die Reeperbahn ist voll von Touristen und Männern, die an diesem Tag ihrer selbst gedenken und sich ordentlich ins Koma trinken. Vor dem Traditionsclub Docks, der nach einer Renovierung nun mit einer Tradition bricht und fortan D-Club heißt, steht eine Traube von Menschen, die die Ankunft eines Propheten herbei sehnt. Max Cavalera ist mit SOULFLY in der Stadt und bittet zum Frühkonzert. Anscheinend zu früh, denn die Masse vor der Halle ist eher ein Häufchen und das von vergangenen Konzerten gewohnte Anstehen fällt somit aus. Ob es an dem renovierungsbedingten Platzgewinn liegt, oder ob das Interesse am brasilianischen Metallgott schlichtweg gesunken ist, der Club platzt heute nun wirklich nicht aus allen Nähten.
Um 19:30 dann der Startschuss für die Hamburger MAD DOGGIN. Sie sind kurzfristig für THE ORDEAL eingesprungen und haben am ersten Tag der Deutschland-Tour gleich das Glück, vor heimischem Publikum auf die Bühne zu gehen. Sichtlich motiviert, in der Heimatstadt keine Verluste zu machen, legt der sympathische Vierer mit "F.O.A.D." vom gleichnamigen Debütalbum los und hat dabei vor allem mit einem recht undifferenzierten Sound zu kämpfen, der sich im Laufe des Gigs jedoch entscheidend bessert. Mit ihrem groovigen New Metal gewinnen die Jungs zwar nicht gerade den Blumentopf in Sachen Innovation, können einen Großteil des Publikums jedoch überzeugen, lediglich die Gesangsleistung lässt arg zu wünschen übrig und bedarf noch einiger Arbeit. Max Cavalera hat es heute ganz und gar nicht schwer. Schon die ersten Töne von "Prophecy", dem Opener des gleichnamigen neuen Albums bringen die Menge nach einer halbstündigen Umbaupause zum Kochen. Nachdem die brasilianische Legende vor einiger Zeit seine komplette Band entsorgt hatte, präsentiert er heute zum ersten Mal seine neuen Kollegen auf deutschem Bühnenboden. Recht schnell wird klar, dass dieser Besetzungswechsel rein positive Auswirkungen hat, was auch auf der neuen Scheibe zu hören ist. Vor allem ex-Ill Nino-Gitarrist Marc Rizzo überzeugt dabei mit seinem präzisen Riffing und eindrucksvollen Flamenco-Einlagen. Im allgemeinen wirkt das neue Line-Up viel homogener, hat sichtlich Spaß und vor allem Max, der auf seiner letzten Deutschland-Tour müde und abgeschlafft wirkte, freut sich wie ein kleines Kind. Immer wieder bauen SOULFLY Jam-Sessions ein, bieten dem Auditorium kurze Verschnaufpausen, um dann wieder in die Vollen zu gehen. Ob nun "Back To The Primitive", "Bring It" oder "Tribe" das Volk bekommt, was es verlangt. Selbst wenn Cavalera auch dieses Mal wieder vier Songs seiner ex-Band SEPULTURA im Programm hat ("Territory", "Roots Bloody Roots", "Attitude" und vor allem "Innerself" in voller Länge!), stellt er immer mehr unter Beweis, dass SOULFLY heute nicht weniger ernst zu nehmen sind und er sich endlich aus dem Dunst seiner Vergangenheit befreit hat, ohne den Bezug zu ihr zu verlieren. Das wird auch klar als er den NAILBOMB-Übersong "Sum Of Your Achievements" zum besten gibt. Der Wahlamerikaner gehört noch immer zur Innovativen Minderheit in der Musikszene und auch wenn er nicht der größte Gitarrist auf der Welt ist, kann man sich seinem Charme nur schwer entziehen. So fressen ihm auch die zirka 800 Anwesenden aus den Händen, und sind nach 90 Minuten mehr als zufrieden, obgleich der Meister mit einem schlichten "Thank You" und ohne Zugaben die Bühne verlässt. Großes Konzert! Setlist: Prophecy Seek And Strike Living Sacrifice Roots Bloody Roots Jumpdafuckup/Bring It Territory Execution Style Soulfly Innerself In The Meantime Sum Of Your Achievements Porrada Defeat U Mars The Prophet I Believe Tribe Fire Attitude The Song Remains Insane Back To The Primitive Eye For An Eye Alle Bilder vom Konzert anzeigen (cs) |
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