Konzertbericht

Holy Moses, Illdisposed, Regicide, Suidakra - Kassel, Spot, 08.05.2005

Ich war schon einigermaßen verwundert, als SUIDAKRA als erste Band des Abends auf die Bühne musste, um die Fans im nicht allzu gut gefüllten Spot in Wallung zu bringen. Noch verwunderter war ich als Sänger und Gittarist Arakadius bekannt gab, dass man die immense Spielzeit von 30 Minuten zur Verfügung hat, um auf die Pauke zu hauen. War da nicht im Vorfeld von 45 Minuten pro Band die Rede? Wie dem auch sei, SUIDAKRA machten gute Miene zum (offensichtlich) bösen Spiel, und boten eine sehr, sehr engagierte Leistung, die wahrlich mehr Spielzeit verdient gehabt hätte. So bekamen die Fans, die sich sichtlich an der tollen Performance der band erfreuten, Knaller wie z.B. "Pendragon’s Fall", "Darkane Times", "When Eternity Echoes" und vom neuen kontrovers aufgenommenen Album "Command To Charge" die beiden Tracks "The Alliance" und den Bringer "Reap The Storm" zu hören. Auch wenn die neue Ausrichtung der Monheimer nicht jedermanns Sache ist, live kommen die Songs fett rüber. Besonders die Aggro Parts, verbunden mit den cleanen Vocals machen einiges her. Wirklich schade, dass schon nach einer halben Stunde das Feld für Regicide geräumt werden musste…(lk)

…denn die passten musikalisch, optisch und erst recht qualitativ überhaupt nicht in das Billing der Wacken Road Show 2005. Mehr als eine Dreiviertelstunde lang dürften man sich nun Bombast Metal mit Rock und Gothic Einflüssen zu Gemüte führen, der weder originell, gut oder sonst was gewesen ist. Im Gegenteil, Langeweile zog auf und dehnte sich in der ganzen Halle aus. Insofern verkneife ich mir jetzt jeden weiteren Kommentar und gehe vollkommen mit der Meinung des Kollegen memme konform, der den Auftritt dieser Truppe in Hamburg treffend auf den Punkt gebracht hat.(lk)

Zugegebenermaßen kannte ich von ILLDISPOSED bisher nicht allzu viel, aber diese Band war es an dem Abend absolut wert, besser kennen gelernt zu werden. Augenscheinlich waren auch die meisten Anwesenden hauptsächlich wegen der dänischen Krawallbolzen gekommen, denn kurz vor dem Gig bildete sich eine dicht gedrängte Traube am Bühnenrand. Also, ich muss unserem Memme Recht geben, wenn er ILLDISPOSED mit Bolt Thrower vergleicht, denn der tonnenschwere Groove erinnert tatsächlich stark an das britische Abrisskommando. Die Dänen garnieren diesen Stil mit zusätzlichen zeitgemäßen Elementen wie Samples und modernen Riffs, lediglich die quietschend - hohen Schreie von Sänger Bo gingen mir nach einer Weile ein wenig auf die Nüsse. Richtig cool ist aber der Humor des recht stämmigen Fronters: "Wir spielen schwedisch, kommen aber aus Dänemark" und einige andere Sprüche, die aber aufgrund des starken Akzentes kaum jemand komplett verstehen konnte. Ebenso kaum nachvollziehen konnte man die äußerst coole Adaption von Megadeth’s "Wake Up Dead", das wiederum ohne entsprechende Ansage kaum jemand erkannt hätte. Das fast schon Jazzige in dem Stück musste dem typischen ILLDISPOSED - Riffinferno weichen, Recht so! Insgesamt hatten die Dänen ihren Co - Headliner - Status absolut verdient und meiner Meinung nach hätten sie sogar als Headliner zocken können, denn die Performance der Band, auch besonders die beiden wild bangenden, ganz oben herum nackten Axtmänner betreffend, war an diesem Abend echt klasse! Erwähnt werden sollte vielleicht noch, dass die inoffizielle Aftershow - Party der Band ganz spontan ("Let’s go to the Gay - Club!") in die benachbarte Halle verlegt wurde, in der zu diesem Zeitpunkt gerade der "Schwul / Lesbisch" - Abend begonnen hatte… mit dem Ziel, dass nun viele warme Brüder und Schwestern von trinkenden, lallenden Metallern und verrückten, stark alkoholisierten, dänischen Knüppelbrüdern umgeben waren…(do)

HOLY MOSES sind für mich schon immer eine dieser Bands gewesen, die im Zuge der "80’s - Revival - Aktion" wieder hochgespült wurden, musikalisch aber nix Dolles vorweisen können. Zudem hat die Truppe eine Sängerin am Start, die den Standard sogar noch herunterzieht. Das hört sich böse an, aber die durchaus agile Frontfrau Sabina wird ihrer Rolle als Aushängeschild der Band nur bedingt gerecht. Während die männliche Fraktion an den Instrumenten ein ordentliches, aggressives, aber leider auch recht eintöniges Brett vorlegte, beschränkte sich Sabina auf ausdrucksloses Herumschreien und Falsch - im - Takt - Bangen. Nichts gegen die sympathische Metal - Dame, aber ihre Darbietung auf der Bühne lässt für mich nach wie vor zu wünschen übrig. Zwar feierten einige beinharte Fans alte Thrash - Granaten wie "Finished With The Dogs", "Life’s Destroyer", "Too Drunk To Fuck" und neue Songs der Marke "Master Of Disaster" "End Of Time" oder "I Will" richtig gut ab, aus den Socken hauen konnten sie mich jedoch nicht. Übrigens hatte sich an diesem Abend ein weiterer Prominenter eingeschlichen: Andy Classen, der von seiner Ex - Frau Sabina während der Show auch angekündigt wurde. Ein durchschnittlicher Abschluss einer größtenteils gelungenen "Wacken Road Show", die hoffentlich ihre Fortsetzung finden wird!(do)

(lk)

 
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