Rock Harz Open Air 2005 - Samstag, 09.07.2005 |
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Ich glaube, selbst der engstirnigste Metaller ohne Humor muss zugeben, sich bei MAMBO KURT ein dickes Schmunzeln nicht verkneifen zu können. Zudem war der Zeitpunkt des Auftritts des Heimorgel vergewaltigenden Alleinunterhalters perfekt gewählt. Zur besten Mittagszeit, also zum verspäteten Frühschoppen, holte er eine erstaunlich große Menge unterschiedlichster Rocker vor die Zeltbühne. Egal, ob Black, - Death, - Speed, - oder Power - Verfechter, für 90 Minuten wurde jeder zum Mambofreund. Zugegeben, länger durfte die humoristische Orgie auch nicht dauern, aber wenn man Hits von Slayer, Ace Of Base (!!!) oder Life Of Agony ("�eine alte Mambo - Band aus New York�!") in ultratrashiger Klimper - Variante vorgesetzt bekommt, bleibt einfach kein Auge trocken. Mittlerweile auf vielen Festivals gern gesehener Dauergast, verfehlte unser Kurt auch in Dorste seine Wirkung nicht und die Meute ging im Zelt, teilweise sogar richtig headbangend, ab und feierte die erste Party des angebrochenen Festivaltages!(do)
Die Göttinger Nu Metaller CAPRICCIO läuteten dann den zweiten Festivaltag auf der Hauptbühne ein. Anfangs kam der Sound der Jungs doch ziemlich Drum-lastig aus den Speakern, dazu gesellte sich der allgegenwärtige Bass, so dass man von der Gitarre anfangs nur Brei mitbekommen hat. Mit der Zeit gab sich das jedoch und CAPRICCIO konnten einen technisch sowie musikalisch anständigen Auftritt hinlegen. Das Dreigestirn zeigte sich spielfreudig, hatte einige gute Songs parat und ließ sich auch nicht davon einschüchtern, dass der Sänger die ganze Zeit mit offenem Hosenstall über die Bühne geturnt ist. Der langen Rede kurzer Sinn: anständige Leistung, besonders, wenn man bedenkt, dass das Rock Harz nicht unbedingt Nu Metal Fans in Scharen anlockt.(lk) Im Zelt ging es im Anschluss dann gleich eine ganze Ecke brutaler aber auch einfacher zur Sache: AGONYA aus Polen sahen aus wie eine HipHop - Streetgang Bunch spielten aber Death Metal (wen wundert das noch, wenn eine Band aus Polen kommt�) der fiesen Art. Schnell, brutal und gemein, Zweiteres besonders, weil man ausschließlich auf Polnisch sang, technisch gutklassig und kompetent wurde zum Besten gegeben. Leider war der Polen-Dreier nicht gerade ein Musterbeispiel an Bewegung oder gar Stageacting. Der ganze Auftritt wirkte statisch, das Outfit passte nicht wirklich und so konnte man letztlich, trotz guter Ansätze, nicht allzu viele Banger ins Zelt locken.(lk) DARK AGE sind ein Garant für gute Live-Shows, gute Stimmung und eine Menge Spaß. Keine Frage also, dass ich Vorfeld des Festivals von den sympathischen Hamburgern sehr viel erwartet habe. Erfreulicherweise war auch das einzige, was mich so richtig am Auftritt von Eike Freese und seinen Mannen enttäuscht hat, der Sound zum Anfang. Die Gitarre von Jörn war gar nicht zu hören und besonders die cleanen Parts waren geradezu fürchterlich. Gut, dass der Sound Engineer das aber recht fix auf die Reihe bekommen hat und die Band zusammen mit den zahlreichen, ordentlich am Rad drehenden Fans, eine fette Party feiern konnte. Die Band präsentierte sich in exzellenter Form und trat mächtig Arsch. Meister Freese, gut aufgelegt wie eh und je, hatte sichtlich Gefallen am Gig, Keyboarder Martin war wie immer kurz davor, seinen Schädel in sein Instrument zu rammen, André verdrosch ordentlich die Felle, Gitarrero Jörn ließ sich auch von einer gerissenen Saite nicht beeindrucken und Basser Torsten machte sein Werkzeug zum Lockenwickler. Die Fans hatten ebenso eine Menge Fun und feierten Tracks wie den Opener "Fix The Focus", das sehr, sehr geile "Dare To Collapse", die Bandhymne "Suicide Crew", "The Silent Republic", "Last Words" oder "Daily Combat" mächtig ab. Für mich einer der besten Gigs des ganzen Festivals!(lk) Schon seit 25 Jahren und davon knapp 20 unter dem Bandnamen REMINDER aktiv, war das Trio eher ein Underdog auf dem "Rock Harz". Jedenfalls konnten fast alle anderen (Regional -) Bands das Zelt stärker füllen als diese nicht mehr ganz so jungen Herren. Dabei war deren Musik gar nicht einmal verkehrt und bewegte sich, wenn auch nicht sonderlich spektakulär, irgendwo zwischen Rotzrock und heftigem Rock´n´Roll, der teilweise sogar schon "Death´n´Roll" - Dimensionen annahm; lediglich beim Stageacting war nicht viel Arbeit zu vernehmen. Aber obwohl die meisten Festivalbesucher sicher schon deutlich schwächere Gigs erlebt haben dürften, waren REMINDER eine der Bands, die an diesem Wochenende die wenigste Aufmerksamkeit genossen haben. (do) Soweit ich weiß, gehören SKEW SISKIN nicht gerade zu den Bands, die man dreimal die Woche im Club um die Ecke bewundern kann. Daher war es cool, die verdammt geile Band um die Berliner Rockröhre Nina C. Alice am frühen Abend auf dem Festival begrüßen zu können. Gerade (auch junge) Alt - Rocker dürften mit diesem Umstand bestens klargekommen sein, da SKEW SISKIN, wie kaum eine andere Truppe auf dem "Rock Harz", brillantes Old School - Theater reinsten Wassers boten! Der Sound, irgendwo zwischen AC/DC, Motörhead und NWOBHM, ging durch Mark und Bein, die sägenden Gitarren (nix mit ´runtergestimmt!) drangen tief in die Hirnrinde ein und ließen beim Mitmachen fast das Bier überschwappen. Wenn man dazu noch mit Neuzugang Randy Black einen ausgewiesen guten Drummer und mit "Chefin" Nina eine der besten traditionellen Sängerinnen (mit feuerrot gefärbtem Haar) der Republik im Gepäck hat, kann nix mehr schief gehen. Das sahen ein paar hundert Fans ähnlich und feierten nicht nur "Jesus Of Cool", sondern insgesamt "SKEW SISKIN Of Cool" frenetisch ab. Eine starke Vorstellung und für mich ein absolutes Highlight des Festivals! (do) UPPERCUT waren bereist im letzten Jahr beim Rock Harz zu Gange und haben mächtig gerockt. Dieses Mal war den Wahl-Schweizern die Zeltbühne vorbehalten, die auch sehr gut besucht war, als es dann losging. Von Anfang an war der band die Spielfreude anzusehen und so machte man auch keine Gefangenen und ließ eine Thrash Granate nach der anderen aufs Publikum los. Shouterin Dani, die mich nicht nur optisch an eine gewisse Angela Gossow erinnert, legte eine besonders kraftvolle Performance hin: Die Dame bangt wie eine Blöde, shoutet, grunzt und kreischt genauso rum, wie es sich Sabina Classen schon immer von sich selbst gewünscht hat und läuft dabei dermaßen rot an, dass man schon mit einem Auge immer das DRK Zelt im Auge hatte, damit schnell Hilfe kommt, wenn die Gutste aus den Latschen kippt. Die war natürlich nicht von Nöten und so wurden UPPERCUT, die natürlich ihr Hauptaugenmerk auf das aktuelle Album "Reanimation Of Hate" gelegt hatten, was ich hiermit noch mal jedem Thrash Metal Fan ans Herz legen möchte, ordentlich abgefeiert. Eine wirklich gute, garstige und mörderische Show!(lk) Rein prozentual war das diesjährige "Rock Harz" das Festival mit dem höchsten Sängerinnenanteil des Jahres, glaube ich! Zu der geselligen Runde aus bösen Damen gesellte sich auch Sabina Classen, die nach einer zahlenmäßig eher enttäuschenden "Wacken Road Show" hoffte, wieder vor mehr als 50 Nasen aufzutreten. So geschah es dann auch: HOLY MOSES betraten nach dem obligatorischen "Holy Moses" - Reggaeintro die Bühne und legten gleich amtlich mit "Master Of Disaster" los. Ein cooler Einstieg, dem sich mit "Finished With The Dogs", "End Of Time" oder "Angel Cry" noch weitere Stücke aus der langen Diskographie der Kultband anschlossen. Auch, wenn ich persönlich eher�ähm� zurückhaltend bei HOLY MOSES bin, muss ich sagen, dass die Show bei der mittelgroßen Meute vor der Hauptbühne augen, - und ohrenscheinlich sehr gut angekommen sein muss, denn man sah reichlich fliegende Matten in den ersten Reihen. Mit dem Rausschmeißer, dem Dead Kennedys - Cover "Too Drunk To Fuck", gab es den Gnadenstoß für die Old School - Thrash Metal - Fraktion. Typisch Holy Moses, typisch nett, typisch musikalisch ok, typisch gute Performance, aber auch typisch nicht gerade mein Fall. (do) Als sich im Laufe des Tages so langsam das Festivalgelände füllte, lag irgendwas in der Luft, nur was? Lag es daran, dass für ein Metal Festival ungewöhnlich viele Onkelz Shirts und die dazugehörigen Besitzer zu sehen waren, oder dass schon Stunden vorm KNEIPENTERRORISTEN Gig an den Bierbuden Onkelz-Gesänge angestimmt wurden? Wahrscheinlich, jedenfalls war die Vorfreude auf die offizielle Onkelz-Coverband riesengroß. Demzufolge wurde die Jungs schon bei den Aufbauarbeiten ähnlich abgefeiert, wie das Original, das Zelt füllte sich Minute um Minute immer mehr und Fan-Gesänge waren schon während des noch laufenden Gigs von Holy Moses in beeindruckender Lautstärke zu vernehmen. Und als dann schließlich die Onkelz, äh TERRORISTEN loslegten und begannen, es den Fans mit unsterblichen Deutschrock Klassikern zu besorgen, gab es kein Halten mehr und das halbe Zelt war am Pogen like hell. Und es gab von der sehr agilen Band, bei der wie immer, Goofy und natürlich Jörn die Stimmungsmacher waren mächtig auf die Ohren: "Gehasst, verdammt, Vergöttert", "Kneipenterroristen", "Terpentin", "Hier Sind die Onkelz", "Heilige Lieder", "Könige für einen Tag", "Auf Gute Freunde" (zusammen mit Dark Age intoniert-hammer!), "Danke Für Nichts", das natürlich begeisternd aufgenommene "Die Stunde Des Siegers" heizten nicht nur die Stimmung im Zelt weiter an, sondern ließen auch die Temperaturen immer weiter steigen (eine Bullenhitze kann ich euch sagen). Interessant fand ich im übrigen, dass sich unter den ganzen Leuten keine Glatze oder sonst was eingeschlichen hatte, dafür bangten, pogten und sangen Metal Fans, Onkelz Supporters und Normalos aller Altersklassen in Eintracht miteinander. So soll das sein. Anhand dieses megageilen Auftritts kann man den Veranstalten nur raten, die KNEIPENTERRORISTEN im nächsten Jahr auf der Hauptbühne zu platzieren und die Spielzeit von einer Stunde auf 1 ½ Stunden zu erhöhen, denn das war wirklich das Einzige, was ich hier kritisieren kann: es war einfach zu kurz!(lk) Seit dem Ende Wirrungen und Irrungen zum Ende des letzten Jahrtausends hin, die darin mündeten, dass der gute Peavy Wagner auf einmal das letzte übrig gebliebene RAGE Mitglied gewesen ist, kann man diese Band nach dem Einstieg von Victor Smolski und Mike Terrana gemäß ihres vorletzten Albums "Unity" wirklich auch als eine solche bezeichnen. Und dass das nicht nur eine leere Phrase ist, bestätigen die Jungs live immer wieder. So natürlich auch beim Rock Harz, wo man von allen Bands, die meisten Fans vor der Hauptbühne versammeln konnte, was aber auch nicht wirklich überrascht haben dürfte. Die Drei boten einen 1 ½ stündigen Supergig, der anhand von Songs wie dem Kracher "War Of Worlds", "Medicine", "Black In Mind", "Soundchaser", "Sent By The Devil", "Firestorm", "Down", "Don�t Fear The Winter" oder natürlich "Higher Than The Sky" einen guten und repräsentativen Querschnitt durch die bisherige Karriere der Band bot. Dabei ist es immer wieder schön zu sehen, mit welcher Freude, mit welchem Können und welchem Enthusiasmus RAGE zu Werke gehen, das ist ganz große Musik und ganz großes Entertainment, auch, wenn Herr Smolski mal seine Soloeinlagen etwas verkürzen könnte. Das ist ja alles schön und gut und manchen gefällt das auch, hat aber meiner Ansicht nach nichts auf einem Festival mit zudem eingeschränkter Spielzeit zu suchen. Ansonsten gibt es nichts zu meckern, der Sound war fett, die Jungs schwer in Form, die Lightshow grandios und sehr stimmig. Da störte dann zum Ende hin nicht einmal der kurze Schauer, der einsetze.(lk) Meine Fresse! Daniel Schulz sollte endlich einsehen, dass er verloren hat! Ich habe persönlich absolut nichts gegen den Mann und glaube ihm auch, dass er bemüht bei der Sache ist, aber er hat bisher überhaupt nichts auf den Schirm bekommen. Gasoline, Pinko Star,� alles für den Popo! Sein neuer Spielplatz nennt sich SUPERSTARFUCKERS, covert alte Pop - Klassiker, vornehmlich aus den 80ern, und ist mindestens genauso schlecht wie seine letzten Bands. Gut, das Zelt war recht voll, die meisten Anwesenden wohl auch (meine Wenigkeit hat sich nach ein paar Minuten dieses akustischen Sondermülls auch spontan dazu entschlossen�) und so feierte die Meute eine ausgelassene Revival - Party alter Gassenhauer wie "Wild Boys" oder "Shout". Wer sich erinnert: das haben Atrocity vor zig Jahren auch schon mal gemacht ("Werk 80") - nur 12,7 Klassen besser! Die SUPERSTARFUCKERS haben all diese Stücke ausgebremst, melodisch unkenntlich gemacht und schlichtweg kaputt gespielt. Ich weiß nicht, wer so etwas braucht - ich jedenfalls nicht! Selbst kurz vor der Alkoholvergiftung unrockbar! (do) Im Vorfeld des Festivals war nicht jeder begeistert, dass nach 2003 DORO erneut als Headliner auserkoren worden ist. Kann man natürlich verstehen, nicht jeder steht auf die deutsche Metal Queen und viele haben sie auch schon zum x-ten Mal gesehen, dennoch steht Frau Pesch für erstklassige Liveunterhaltung mit Spitzensongs und viel Power, was sie beim Rock Harz einmal mehr unter Beweis stellte und das, im Vergleich zu 2003, so ungefähr um 3 Klassen besser. Zunächst einmal atmete jeder, der auch vor zwei Jahren vor Ort gewesen ist, tief durch. Die Crew hatte es tatsächlich geschafft, den Soundcheck ect. pünktlich(!!!) hinzubekommen, so dass es gegen 23:25 Uhr nahezu rechtzeitig losgehen konnte. 1 ½ Stunden lang legte sich dann die Düsseldorferin ins Zeug, zeigte sich engagiert und gut bei Stimme und bot mit ihrer Mannschaft eine gute Leistung, die die Fans entsprechend honorierten. Aber kein Wunder, mit beispielsweise "I Rule The Ruins", "East Meets West", "Burning The Witches", "Always Live To Win" und dem Evergreen "All We Are", auch wenn jeder sagt, ihm hänge der Song zum Hals raus (mitgrölen tut trotzdem jede Sau�) kann man kaum etwas falsch machen. Sehr unterhaltsamer und kurzweiliger Gig, selbst für mich, der ich nicht gerade ein bekennender DORO Fan bin.(lk) (lk) |
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