Linkin Park in Köln - Palladium , 23.09.2001 |
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Auch, nachdem ich die Verlegung des Konzertes vom Kölner EWerk ins Palladium (Fassungsvermögen ca. 4000 Besucher) ob der Größe schon etwas kritisch beäugt hatte, freute ich mich nach wie vor auf dieses Ereignis. Zwar war mir bereits bewusst, dass ich mit meinen 25 Jahren das Durchschnittsalter des Publikums erheblich heben würde, sagte mir aber, dass wahrscheinlich die kreischenden Mädels so jung seien, dass ihre Eltern als Aufpasser mitkämen und das Konzert auch nur deshalb ausverkauft sei. Ich behielt nur zum Teil Recht. Man stelle sich vor, man kommt an einer Konzerthalle an und sieht dort eine Schlange stehen. Man läuft und läuft und läuft und das Ende der Schlange kommt einfach nicht in Sicht. Ohne Übertreibung: diese Schlange am Einlass mit Menschen, die alle eine Eintrittskarte besaßen, zog sich über 500m. Um acht Uhr war Einlass, nach meiner Schätzung waren wir frühestens um neun Uhr am Eingang. Hier jedoch ein Lob an die Organisatoren! Wir schlängelten uns lediglich bis kurz nach halb neun und Folge war, dass ich die erste von 3(!) Vorbands verpasste. Klar, Linkin Park hatten erst eine Platte draussen, aber drei Vorbands... Das erste, was auf die Bühne gehoppelt kam, war ein knallrothaariges Etwas mit piepshoher Stimme und zugehörigem Beiwerk. Irgendwann nach dem dritten oder vierten Lied wurde auch in tiefstem Amerikanisch der Bandname genannt... leider ist er mir nicht im Gedächtnis geblieben. Lag das an der Musik oder eher an den zwei Bier, die ich bereits getrunken hatte? Nach etwas mehr als zwanzig Minuten war´s dann zu Freude des größten Teiles des Publikums überstanden, das Licht ging wieder an und die Haare auf der Bühne verloren Ihre Leuchtkraft. Ich werde es wohl nicht bereuen, den Namen dieser Band nie wieder zu erfahren. Während in der Pause ein rotes Banner mit schwarzer Schrift über das bereits vorhandene Linkin Park- Banner gehängt wurde, kam ein netter Mensch mit Getränken an uns vorbei, voll des Glücks doch noch Wesen seines Alters gefunden zu haben, die wenigstens etwas Geld daließen. Seiner Beschreibung nach waren die ersten beiden Reihen vor der Bühne mit Girlies im Alter von höchstens 14 Jahren bevölkert. Ich glaubte ihm das aufs Wort, das Gekreische konnte weder aus einer männlichen (nein Jungs, mit 13 ist man noch kein Mann!) Kehle, noch einem vernünftigen weiblichen Munde kommen. Vielleicht hätte ich daran denken sollen, dass dies kein Metal-Konzert war - oder hätte man den Kindern sagen sollen, DASS es eines ist? Das Licht erlosch erneut und die ersten wohltuenden Klänge dieses Abends drangen in mein Ohr. Diese Band erinnert mich stark an Creed, auch die Stimme des Sängers war sehr ähnlich. Die Jungs haben wirklich was drauf und eigentlich würde ich an diese Stelle auch voller Begeisterung den Namen der Band preisgeben... doch schön wär´s, wenn´s schön wär. Vielleicht, aber auch nur vielleicht, hätte man den Koordinatoren sagen sollen, dass auch das schönste Banner nichts nützt, wenn man die Schrift nur lesen kann, wenn dieses angeleuchtet wird. Und auch wirklich nur vielleicht hätte man Ihnen dann noch den Tip geben sollen, wenigstens eine Lampe draufzuhalten. Im Laufe der 45minütigen Spielzeit konnte ich erst zwei "D" erkennen, und dann nach und nach zumindest den ersten Teil des Namens: "Puddle of...". Also, hier mein Aufruf: biiiitttttttteeeeeeeee, verrät mir jemand, wie diese Band hieß? Der-/diejenige hat nächstes Jahr Wacken ein Bier bei mir gut, wenn er oder sie denn dann zu Wacken fahren sollte ! Übrigens wirkte es sehr positiv, daß Linkin Park-Sänger Chester Bennington jeweils immer beim letzten Lied der Vorgruppen mit auf der Bühne stand. Mittlerweile war es halb elf geworden, als ein riesiges Gekreische durch die ausverkaufte Halle ging und die von allen schon den ganzen Abend lang herbeigesehte Band LINKIN PARL die Bühne betrat. Die Jungs waren super drauf und man bekam sofort ein Brett um die Ohren geknallt. Auch ist es schon lange her, daß ich eine ganze Halle habe mitsingen hören - etwas positives muß man auch den großen Veranstaltungsorte abgewinnen - Höhepnkt in dieser Hinsicht war natürlich "Crawlin", bei dem es eigentlich gar keinen Sänger mehr gebraucht hätte, das Publikum tobte und hüpfte vor Begeisterung. Schade nur, daß zunächst nach einer Dreiviertelstunde alles vorbei war. Ich hätte zumindest erwartet, im Standardprogramm die gesamte Platte zu hören, als Zugabe vielleicht noch zwei, drei neue Stücke. Schließlich wurde schon überall groß angekündigt, daß Linkin Park mit Tonstudio unterwegs ist, um eine neue Scheibe zu produzieren. Jedenfalls gab es im Standardrepertoir noch zwei offensichtlich ältere Stücke, danach, als hätte man es geahnt, eine viertelstündige Zugabe und das Spektakel endete mit einem aufgeheizten "One Step Closer". Alles in allem war der Abend sehr gelungen, nicht zuletzt des Amüsementes wegen (ja, ich geb´s zu, ich bin doch irgendwie eine Frau und Frauen lästern eben gern). Unverschämt waren nur die Preise der Merchandise-Artikel: wenn mich eine Eintrittskarte im VVK schon 62,- DM kostet, möchte ich nicht noch für ein Bandshirt 45 DM ausgeben. Aber gut, schieben wir es auf den Dollarkurs. Wie auch immer, an diesem wirklich gelungenen Abend wurde mir wieder sehr bewußt, warum ich die "großen" Konzerte meistens meide und mich mehr auf Clubgigs konzentriere. Die Atmosphere, die Stimmung und die Nähe zu "meiner" Band ist mit Großveranstaltungen doch nicht zu vergleichen. (cora) |
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