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Es war ein wenig verwirrend, was die Anfangszeit und die Supportbands betraf. Auf einem Poster standen Hellfueled und Masterplan, auf einem anderen Pharao und Masterplan, jeweils Beginn um 20.00 Uhr (was bei 3 Bands und Curfew nicht ganz hinhauen kann). Vorsichtshalber fuhr ich also frühzeitig zur Markthalle nach Hamburg. Eine weise Entscheidung. Es spielten zwar weder Hellfueled noch Pharao, doch dafür begannen Masterplan bereits um 19.45 Uhr in einer somit leider noch nicht ganz vollen Halle.
Wer Masterplan vor zwei Wochen im Ballroom gesehen hat, konnte die Weiterentwicklung nicht übersehen. Klar, die Show im Ballroom war schon gut, doch an diesem Abend merkte man den Herren nicht nur die Spielfreude an, sondern auch das immer besser auf einander abgestimmte Stage-Acting. Wesentlich lockerer und sicherer präsentierten sie Songs wie "Spirit Never Die" und "Enlighten Me". Für mich sehr positiv war die Tatsache, dass dort 5 Musiker mit einer eigenen Bühnenpräsenz stehen und nicht nur eine einzelne "Frontsau" mit Begleitung. Sowohl Mike deMeo als auch Roland, Jan, Axel und Mike Terrana hatten immer wieder ihre Auftritte und Showeinlagen und sichtlich Spaß dabei. Die Setlist war natürlich ähnlich wie bei der Warm-Up Show und auch in der Markthalle kamen sowohl die neuen Songs a la "Take Me Over" wie auch die alten Gassenhauer "Crystal Nights" gut an.
Das Drumsolo von Mike Terrana war für seine Verhältnisse kurz, doch mal wieder erste Sahne. Ein kleines Manko gab es jedoch sowohl bei Masterplan als auch bei Saxon. Der Sound war von Standort zu Standort unterschiedlich gut bzw. breiig, wie des Öfteren aufgrund der Gegebenheiten in der Markthalle. Schade, denn so kamen die Keyboards bei "Lost And Gone" bei mir völlig übersteuert an. Die leicht abgeänderte Version von "Soulburn" hingegen war mehr als interessant, im positiven Sinne.
Nach einer kurzen Umbaupause starteten schließlich Saxon. Die Halle war mittlerweile voll und somit auch bereits vor der Show dem Siedepunkt von der Temperatur als auch von der guten Laune nahe. Doch das sollte sich natürlich noch steigern. Mit dem neuen Stück "State Of Grace" eröffneten Biff und Co. die Show, die aus einer guten Mischung von alten Songs, absoluten Klassikern und Tracks des neuen Albums "The Inner Sanctum" bestand. Klar, dass bei "Killing Ground" und zum Beispiel "Crusader" jede Strophe mitgesungen werden konnte. Doch auch die neuen Songs kamen überraschend gut an, so lange ist das Album ja noch nicht auf dem Markt. Es ist nicht nur bewundernswert, dass Saxon nach so vielen Jahren im Musikbusiness und mittlerweile fortgeschrittenem Alters eine derart energiegeladene Show mit über 2 Stunden Länge durchziehen, sondern auch das Biff Byford mit seinem langen Mantel nicht zerfloss, während die Fans bereits mit durchgeschwitzten T-Shirts vor ihm standen. Erwähnenswert sind sicher auch noch "Requiem" und das neue, ruhigere "Red Star Falling". Basser Nibbs Carter huschte immer wieder wie ein Derwisch über die Bühne, während Paul Quinn wieder den Ruhepool bildete. Ein insgesamt harmonisches Bild, ein starker Auftritt und ein gelungener Abend.
(tennessee)
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