Zabbaduschder Open Air 2007 - Freitag, 27.07.2007 |
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Es ist immer wieder ein geiles Gefühl Arbeit Arbeit sein zu lassen, die Brocken mal für ein paar Tage hinzuschmeißen und sich inmitten eines Haufens Gleichgesinnter an lauter, schneller und böser Mucke zu erfreuen. Am besten geht das meiner Meinung nach auf den kleineren, undergroundigeren Festivals, wo das Gartenpartyfeeling noch nicht ganz verloren gegangen ist. Dabei ist mir das Zabbaduschder Open Air im schwäbischen Urbach, malerisch zwischen Aalen und Stuttgart gelegen, besonders ans Herz gewachsen. Nicht nur die allgemein sehr friedliche Atmosphäre und die nette Crew sondern auch das Konzept eher auf den Underground zu setzen und mit ein paar größeren Bands abzurunden verdient eine Runde Beifall... Am Freitag nahm man wie gewohnt ein bisschen Rücksicht auf die arbeitende Bevölkerung und setzte den Startschuss auf 15:35 Uhr. CORPORATE PAIN durften die Party eröffnen - leider hab ich es nicht rechtzeitig geschafft und so ging die Show der Lokalmatadore bis auf den letzten Song an mir vorbei. Klang aber ganz vielversprechend, was da an meine Ohren drang. Die noch recht junge Band hatte an diesem Tag erst ihren dritten Auftritt und meisterte diesen wohl recht souverän. Als nächstes bemühten sich SCRATCHED SURFACE um die Gunst des Publikums, was ihnen aber mehr schlecht als recht gelang. Auch mich konnten sie mit ihrem modernen Thrash Metal nicht wirklich vom Hocker reißen. Das gab mir die Gelegenheit ein wenig das Gelände zu erkunden, welches in diesem Jahr etwas kompakter als in den Jahren zuvor angelegt war. Das Campinggelände ist wohl verlegt worden und somit konnte der Platz effektiver genutzt werden, was auch den Händlern entgegen kam, die ihre Stände besser positionieren konnten. Wesentlich besser liefen da auf jeden Fall die Sickos von HAVOK rein, die ihre Death Metal-Salven schön tight in die Meute ballerten. Schön anzusehen war auch die engagierte Show von Vokill-Akrobat Tommi, der eine ausbaufähige Bühnenpräsenz an den Tag legte. Am besten hierbei fand ich das Growlgesicht im Profil und das Laufwarzen-FKK. Anscheinend hatten sie auch ihren Fanclub dabei, denn vor der Bühne wars plötzlich richtig voll, was den Ösis von PERISHING MANKIND sicherlich auch gefallen hätte... Aber leider verteilte sich die Menge nach dem Auftritt der Ulmer wieder über das Gelände, so dass nur die vorderste Reihe der Band den Metal Corelern ihre volle Aufmerksamkeit schenkte. Das muss hart für die Jungs plus Mädel gewesen sein; in der Woche zuvor hatten sie auf dem Metal Camp ein paar hundert Leute auf ihrer Seite und jetzt gerade mal ne Hand voll. Aber sie machten das Beste daraus und gaben trotzdem ihr Bestes. Und das konnte sich durchaus sehen und hören lassen. Die Songs ihrer Debutscheibe "Fall Of Men" und auch die Songs der noch warmen, neuen Platte "Wonderland" knallten gut und wer sich auf die Mucke einließ, hatte auch Spaß. Eine ganze Ecke derber ging es bei TEAMKILLER zu: die Band aus Stuttgart fuhr heftigen New-School-Hardcore auf, der mich ein ums andere Mal an BORN FROM PAIN erinnerte. Es bildete sich sogar schon ein kleiner Circle Pit, sehr zur Freude der Band. Sehr passend war auch die Coverversion von BIOHAZARD´s "Punishment", bei welchem ich mich auch ins Getümmel schmiss. Mit "Bad Signs" haben TEAMKILLER außerdem ein neues Hammeralbum am Start, das ihnen den Weg nach oben ebnen wird. Richtig gut - aber jetzt war erst mal Zeit für ein Bier. LAY DOWN ROTTEN fuhren als einzige so was wie ein Bühnenbild auf und versteckten die Backline hinter mannshohen Postern des Covers der noch immer aktuellen Scheibe "Breeding Insanity". Somit wirkte die Bühne etwas kleiner und irgendwie zugestellt. Dennoch fand die Band genug Platz um ordentlich einen los zu machen. Eine sehr geile und routinierte Show boten uns die Herren aus Herborn und Umgebung. Besonders imposant waren die wechselnden Gesänge von Fronter Jost und Gitarrenschwergewicht Daniel, die sich allerfeinst ergänzten. Schönes, frisch gespieltes, schwedisch anmutendes Todmetall mit saftigen Thrasheinspritzungen. Leckere Sache das... "Wer hat denn die Regenrinne auf die Bühne gestellt?" fragte ich mich kurz vor dem Auftritt der avantgardistischen Black Metal Band NEGURA BUNGET aus Rumänien. Aber nein, die Regenrinne entpuppte sich als eine Art Albhorn, welches benötigt wurde um die Show gebührend anzublasen. Mit viel Nebel und Percussion wurde dann auch die richtige Atmosphäre erzeugt um transylvanische Stimmung zu erzeugen. Also schnell den Knobi ausgepackt und ab dafür. Die teilweise recht strangen Songs der Combo sind bestimmt nicht jedermanns Sache, aber diejenigen, die auf epische, beziehungsweise fast schon spirituelle Sounds und nicht unbedingt auf metallische Durchschnittskost abfahren, hatten durchaus ihren Spaß an den Waldschraten, die außer ihren Ambienteinflüssen auch wie schon erwähnt eine ansehnliche Palette an Percussionkram wie Xylophon und diverse Trömmelchen und Tröten im Gepäck hatten. Nach einer Umbaupause in der sämtlicher Schnickschnack von der Bühne entfernt wurde enterten schlussendlich DISMEMBER die Bretter. Im Gegensatz zu früheren Shows, wo die Protagonisten schon mal wegen diverser Alkoholika Probleme hatten, da auch senkrecht zu verbleiben, gabs an diesem schönen Sommerabend die volle Packung. Ein geiles Best-Of Gemetzel á la schwedische Hackbällchen wurde dem ZABBA-Publikum um die Ohren gehauen, welches dankbar ausrastete und die Ordner im Fotograben mächtig auf Trab hielt. Auch ohne Drummer und Gründungsmitglied Fred Estby, der die Band im April diesen Jahres verließ, gabs das volle Pfund und Hit reihte sich an Hit. Lediglich die Bühnenpräsenz ließ etwas zu wünschen übrig und hinterließ einen nicht so prallen Nachgeschmack. Aber es war schön die alten Schoten von kleinen Meilensteinen des Death Metal wie "Like An Everflowing Stream" oder "Massive Killing Capacity" zu hören. Ein geiler Headliner, aber da wär trotzdem noch mehr drin gewesen?
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(chris) |
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