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15.06.2006 Saxon
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Hey Biff, wie sieht’s aus?
Ganz gut, ich brate in der Sonne, es ist sauheiß hier in Frankreich. Genau wie hier. Wie in Gottes Namen kommt eigentlich ein Engländer nach Frankreich? Ich mag es hier einfach, ich hab hier meine Ruhe und es ist sehr schön. Aber es ist schon en klein wenig was anderes, als in England… Naja, aber es ist schon ganz britisch hier uns es leben auch viele Briten in dieser Gegend. Es ist nun mal das, was wir einfach draufhaben, wir erobern andere Gebiete. Wenn du das sagst…aber kommen wir zu eurem aktuellen Live-Album "The Eagle Has Landed Pt. III", das seit ein paar Tagen auf dem Markt ist. Es ist es die Art von Live-Scheibe, die ihr schon immer so raus bringen wolltet? Kann man so sagen. Wir wollten möglichst viele Shows aufnehmen, um einen repräsentativen Querschnitt unserer Live-Aktivitäten abbilden zu können. Es sollte ein Live-Album der letzten Tour sein, das es im Endeffekt auch geworden ist. Die Aufnahmen haben sich insgesamt über ein Jahr hingezogen. Das Hauptaugenmerk lag dabei darauf, die Energie, Dynamik, Power und Hingabe von SAXON zu dieser Musik einzufangen und ich denke, dass uns das ganz gut gelungen ist. Also zu 100 % zufrieden? Nein, man ist nie mit etwas komplett zufrieden, mit nichts, es gibt immer etwas, was man verbessern könnte. Aber man kann sagen, dass ich zumindest sehr zufrieden bin. Wir haben das Ganze live gelassen. Von daher kann man sagen, dass man die Musik schon besser rüberbringen könnte, aber wir wollten das so pur wie möglich halten und das ist auch das, was unsere Fans wollten. Dennoch klingt das Album richtig gut, obwohl nichts nachbearbeitet worden ist. Ich mag es zwar auch ganz gerne sauber durchproduziert, aber es ist schon eine feine Sache, wenn man das so vermitteln kann. Ich denke, wenn eine Band an den Live-Aufnahmen nachträglich alles verändert, dann klingt sie steril, dann kommt die Atmosphäre nicht richtig rüber. Es macht keinen Spaß, wenn soundtechnisch alles auf einem Level ist, es gehört dazu, dass Höhen drin sind, wenn das Publikum losbrüllt, oder dass mal bei den Gitarren etwas verzerrt oder so. Sicher, man kann das alles ausbügeln, aber dann ist das nicht live. Auf der ersten Scheibe gibt es Hits älteren Semesters zu hören, während auf der zweiten CD neuere Tracks zu hören sind. Wie hat sich die Setlist ergeben? Auf der ersten CD befinden sich einige Songs, die wir schon ziemlich lange nicht mehr oder noch gar nicht live gespielt haben, die aber trotzdem sehr populär sind. Von daher wollten wir keinen Aufguss der ersten beiden "The Eagle Has Landed" Teile, sondern uns eben auf diese Songs konzentrieren. Die "Lionheart" Tracks stammen natürlich von der "Lionheart Tour", es ist eigentlich die komplette Setlist auf der zweiten CD von dieser Tour zu finden. Wie schwer ist es eigentlich, wieder Songs zu spielen, die man lange nicht mehr angerührt hat? Paul und ich hatten eigentlich keine großen Probleme, aber Nigel hat erstmal eine gewisse Zeit gebraucht, um wieder rein zu kommen. Es braucht dann eben ein paar Konzerte, aber dann funktioniert das auch. "To Hell And Back Again" ist so ein Song, den wir noch nie gespielt haben, er klingt aber geradezu, als sei er schon immer Bestandteil unseres Livesets gewesen. Interessant ist, dass eure alten Songs 2005 mitgeschnitten worden sind und die neueren Semesters 2004. Richtig, das liegt daran, dass wir nach "Lionheart" natürlich den Fans erst einmal die neuen Songs präsentieren wollten. Das führt natürlich auch unweigerlich dazu, dass die Fans die Tracks aus den Achtzigern auch hören wollen. Aus dem Grund haben wir uns dazu entschlossen, eine Tour zu spielen, die fast ausschließlich aus den 80er Hits besteht. Diese Tour war auch sehr erfolgreich! Kann man das neue Liev-Album als einen Schlussstrich unter eine Trilogie sehen? Ja, das trifft es ganz gut, wenn man die drei "The Eagle Has Landed" Alben als Trilogie bezeichnet. Es wird sicher keinen vierten Teil geben. Wenn wir noch mal ein Live-Album machen, dann werden wir es irgendwie anders betiteln. 2004 hat der Deutsche Jörg Michael noch die Felle verhauen, bevor er später dann wieder von Nigel Glockner ersetzt wurde. Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn Jörg festes SAXON Mitglied geworden wäre. Ja, das wäre sicher nicht schlecht gewesen, aber das hätte dann mit seinen Verpflichtungen bei Stratovarius nicht geklappt. Jörg hat bei uns einen fantastischen Job gemacht, und wer weiß, vielleicht arbeiten wir ja in der Zukunft wieder zusammen. Ist Nigel denn jetzt wieder fest mit dabei? Momentan ist er im Tour Line Up und dann werden wir mal schauen. Wir haben schon viele Drummer gehabt, was kommt, das kommt eben, kann man jetzt noch nicht absehen. Wo liegen denn zwischen beiden die Unterschiede? Jörg ist ein großer Fan von Nigel und so sind ihre Stile ziemlich ähnlich. Jörg ist eher der schnellere Typ, der sehr bassdrum-orientated spielt, während Nigel eher etwas ruhiger zur Sache geht. Jörg ist für mich einer der besten deutschen Drummer, das stellt er ja auch schon seit Jahren bei Stratovarius unter Beweis. Was waren eigentlich die signifikantesten Erlebnisse in den vergangenen 30 Jahren für die Band. Ich denke, dass wir das machen können, was uns Spaß macht, also Alben aufnehmen und Touren ist so was. Wenn man von einzelnen Momenten spricht, dann sicherlich unser erster Auftritt beim Castle Donington Festival und das "Wheels Of Steel" Album, das war quasi der Startschuss für uns. Von da an hatten wir eigentlich einen Lauf. Auch zu erwähnen ist die Zeit, als "Solid Ball Of Rock" auf den Markt kam. Zu der zeit konnten wir dann auch das erste Mal in Wacken spielen. Wenn kann es auf den Punkt bringen will, dann muss man die beiden Zeitspannen zu "Wheels Of Steel" und "Solid Ball Of Rock" nennen. Ersteres war unser erstes großes Album, zweiteres unser erstes großes Album in den Neunzigern. SAXON und Wacken ist ja eh so eine Liebesgeschichte. Ja, es sieht so aus, als würden wir dort sehr oft spielen. Wir mögen Wacken, es ist ein prima Festival. Gibt es auch schlechte Erinnerungen an die Vergangenheit? Nicht wirklich, um ehrlich zu sein. Okay, als mein Haus in der Normandie abgebrannt ist, das war natürlich ein sehr schlechter Moment. Wir sind froh, dass wir unverletzt damals mit dem Leben davon gekommen sind. Aber sonst? Nee, schlechte Erinnerungen hab ich wirklich nicht. Kannst du dir eigentlich erklären, wie man als alte Hasen im Geschäft so viele jüngere Fans haben kann? Gute Frage, es ist in der Tat so, dass wir viele junge Fans haben uns besonders in Deutschland fällt das auf. Ich denke, das liegt mit daran, dass viele Bands behaupten, von SAXON beeinflusst zu sein. Die Fans machen sich dann praktisch auf die Suche und versuchen herauszufinden, was es denn mit SAXON so auf sich hat. Und wenn man uns dann auf Festivals mit jüngeren Bands etc. sieht, gefällt ihnen auch das, was wir auf der Bühne abliefern. Wir werden ja auch nicht wirklich als alte band angesehen und wer unsere Shows kennt weiß, dass wir noch lange nicht zum alten Eisen gehören und auch nicht diesen Eindruck machen. Wir sind eigentlich zeitlos, wir schreiben Songs, die soft sind und wir schreiben Songs, die dir die Birne abschrauben. Wir sind sehr glücklich, dass wir es so schaffen, viele Fans anzusprechen, dass unser Stil soviel Anklang findet. Wie lange wird es SAXON noch geben, wie lange kann man realistisch gesehen, weiter machen? Ich weiß nicht, wie lange das Theater noch gehen soll. David Coverdale und Lemmy sind beide noch ein Stück älter als ich, von daher liegt noch ein weiter weg vor uns, haha. Schon mal einen Gedanken an den Ruhestand verschwendet? Ich weiß nicht, was ich dann machen würde, wahrscheinlich in der Sonne sitzen und Wein trinken. Was bringt die Zukunft? Eine große Tour steht an, ein Album ist in der mache und es soll noch eine DVD geben. Ja, "To Hell And Back Again", eine Art Film, der die Zeit vom Songwriting zu "Lionheart” bis zum Songwriting für das neue Album abdeckt. Ich denke, das ist eine ganz interessante Angelegenheit. Ihr seid auch gerade im Songwriting mode für die neue Scheibe. Ja, mittlerweile sind wir mit der Hälfte durch und morgen geht es nach England, um in wenig weiterzuarbeiten, bevor wir uns dann auf die Sommerfestivals begeben. Im Juli wird dann weiter gemacht und die Aufnahmen nehmen wird dann für September in Angriff. In welche Richtung wird es gehen? Wir mögen "Lionheart" sehr (wie man an der zweiten CD gut erkennen kann - lk) und ich denke, das neue Album wird ähnlich sein, also jeder Song wird ein Killer! (lk) |
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