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19.06.2006 Edenbridge
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Lanvall, wir alle arbeiten täglich mit Stilbeschreibungen; auch über meiner EDENBRIDGE-Rezi steht eine. Wie lautet Eure eigene Definition des Musikstils, den Ihr spielt, wie steht Ihr derartigem "Schubladendenken" gegenüber und stammt der alberne Begriff "Epic Angelic Bombast Melodic Metal" von Euch oder dem Label?
Ich mag dieses Schubladendenken überhaupt nicht. Als wir uns 1999 bei den Plattenfirmen beworben haben, hab ich den Begriff "Angelic Bombast Metal” kreiert. Ich denke am Anfang ist es schon wichtig auzuzeigen, was man macht. Mittlerweile steht der Sound von EDENBRIDGE aber eh für sich selbst. Dass die Plattenfirma immer noch mit diesem Begriff arbeitet, naja, man kann es auch übertreiben...
Auf "Shine” haben wir erstmals begonnen, mit vielschichtigen Harmony- und Backing Vocals zu arbeiten, und das haben wir beim neuen Album konsequent ausgebaut, weil es hervorragend funktioniert und uns noch eigenständiger macht - da wir eben nicht mit Opernchören arbeiten, so wie die meisten Bands im Female Vocals-Bereich. Robby Valentine´s Chöre haben ja viel von Queen, obwhol noch viel geiler und umfangreicher - teilweise hat er ja bis zu 64 Stimmen eingesungen. Dennis macht wunderbare Rockchöre, da braucht es dann nicht so viele Stimmen, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Beide harmonieren klasse mit Sabines Stimme. Durch die vielen Chöre konnten wir dann auch die Keyboards etwas in den Hintergrund schieben, da die Harmonien ja bereits in den Chören vorhanden sind. Das wiederum machte es uns möglich, die Gitarren vorne zu platzieren.
Ich denke, mit Songs wie "Terra Nova” und dem Titelsong betreten wir musikalisch Neuland, denn so umfangreich klangen wir sicher noch nie in der Vergangenheit. Und auch Songs wie "Evermore” und "See You Fading Afar” unterscheiden sich doch deutlich von unseren früheren Songs. Ein großer Unterschied ist natürlich die Produktion. Das Album wurde größtenteils in meinem eigenen Studio produziert, und für den Mix gingen wir dann zu Karl Groom nach England.
Bis auf das geile Gitarrensolo, das er in "Terra Nova” beisteuerte, nicht - aber seine technisches Know-How, was Gitarrensounds und Mixphilosphien betrifft, haben uns natürlich eine Menge weitergeholfen. Karl und ich spielen fast das identische Equipment, was Gitarren und Amps betrifft, und so war es ziemlich einfach, den gewünschten Sound zu bekommen.
Karl kenne ich jetzt schon über 10 Jahre, da ich Threshold-Fan der ersten Stunde bin. Sabine wurde dann mal von Power Quest für zwei Songs nach England eingeflogen, wo Karl auch für die Produktion zuständig war, und seit damals nahm das ganze seinen Anfang.
Ganz klar zweiteres. Das schönste ist doch wenn man sich alle seine Lieblingsmusiker ins Studio holen kann, um sie auf dem Album zu haben. Das ist bei uns niemlas Namedropping gewesen. D.C.Cooper ist einer von Sabines und meinen Lieblingssängern (er sang schon ein Duett auf "Aphelion”) und Robby Valentine ist einer meiner absoluten Lieblingsmusiker überhaupt. Da gibt es auch noch eine Menge Namen für die Zukunft.
Ich finde das Cover sehr gelungen. Es stammt wieder von Thomas Ewerhard, mit dem wir seit unserer Live-CD "A Livetime In Eden” zusammenarbeiten. Dieses Mal war es so, dass wir anfangs überhaupt keine Idee hatten, denn der Titel lässt ja so viele Interpretationen und Möglichkeiten zu. Also sagten wir Thomas mehr oder minder "mach einfach mal". Und dann entwickelte sich relativ schnell ein Konzept. Es war ein wunderbarer Brainstorming Prozess, der schließlich zu diesem Ergebnis führte. So wie das Konzept auf dem Album, sind auch auf dem Cover zwei Handlungsebenen präsent: Das Auge des Schöpfers als zentraler Mittelpunkt eingebettet in das Omega, und der Säugling und der alte Mann verschwommen im Himmel. Das Konzept zieht sich auch wunderbar durch das 20seitige Booklet des Digibooks, das als limitierte Erstauflage erscheinen wird.
Es war eingentlich zuerst "Evermore” als Single geplant und "For Your Eyes Only” als zusätzlicher Songs auf der Single. Die Plattenfirma hat dann anders entschieden. "For Your Eyes Only” war niemals für das Album geplant, weil es auch gar nicht ins Konzept gepasst hätte.
Zuerst stehen mal einige Festivals an, darunter das Ragnarock Festival in Oslo und das Nebelmoor Festival in Ostfriesland. Dann planen wir eine kleine England Tour - und im Spätherbst die eigentliche Tour, die unsere erste richtige Headliner-Tour werden soll. Mit Sirenia und Trail Of Tears waren wir ja schon mal auf einer Triple-Headliner Tour.
Momentan ist nur Promotion und das Vorbereiten der Liveshows angesagt. Ideen für das nächste Studioalbum gibt es noch keine. Zudem ist unser Vertrag mit Massacre ausgelaufen, so dass wir bis Ende des Jahres dann auch einen neuen Vertrag - mit wem auch immer - ausverhandelt haben wollen, um wieder volle Power ins Songwriting für das nächste Album stecken zu können.
Danke an all unsere treuen Fans, und wir sehen uns auf Tour ! |
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