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18.09.2007 Saxon
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Hi Nibbs, wie fühlt es sich an wieder in Wacken zu sein, nachdem Ihr hier 1992 zum ersten Mal gespielt habt? 1992 hatte ich noch nie von Wacken gehört. Damals war ich total englisch und hatte keine große Beziehung zu Deutschland. Ok, wir hatten das "Solid Ball Of Rock" Album hier eingespielt und das deutsche Publikum war uns immer sehr treu. Aber das W:O:A war gerade mal zwei Jahre alt und mit 1.200 Leuten nicht wirklich wichtig. Es war eben eines von 30 Festivals, die Du in zwei Jahren spielst. Das Publikum war ok, aber es war ein kleines Festival. Eines dieser Small-village-organised-Festivals, ich wusste zwar nicht warum wir hier spielten, aber okay. Das nächste Mal waren wir 1999 hier und es hatte sich einiges verändert. 2001 war es dann schon gewaltig, mit 25.000 Leuten. Tja und heute ist das Festival wie eine kleine Stadt.. und out of control. Das wirkt natürlich nur so denn es steckt ungeheuer viel Arbeit hinter dem Festival. Gerade die letzten Tage hat man das gesehen. Ich habe gefilmt, was hier geleistet wurde und das ist unglaublich. Es macht das Besondere von Wacken aus, dass man sich nicht auf dem inzwischen großen Namen ausruht, um große Band heran zu holen. Sondern dafür sorgt, dass auch der letzte zahlende Fan ein optimales Produkt erhält. Saxon war in Deutschland immer sehr populär. In England wurde die Band zu Beginn der 80er frenetisch gefeiert, aber später wegen ihrer radiotauglichen Versuche den amerikanischen Markt zu erobern auch verdammt. In Deutschland war immer eine ungewöhnliche Loyalität zu Saxon vorhanden. Nun lebst Du seit drei Jahren in Deutschland, hast Du eine Erklärung dafür? Nun, ich denke die Fans hier hören sich etwas ziemlich genau an bevor sie es gut finden. Wenn sie sich aber auf etwas eingelassen haben, dann gilt das auch. Selbst die Medien in Deutschland haben uns zugestanden neue Dinge auszuprobieren. So ist zum Beispiel "Broken Heroes" von ""Innocence Is No Excuse" hier einer größten Hits. In England wurden wir für das Album an die Wand gestellt. Oder schau Dir Spanien an. Wenn wir dort "Ride Like The Wind" spielen, flippen die völlig aus. Bevor ich zur Band kam, war ich ein großer Fan. Ich kaufte mir die ganzen Singles von "Heavy Metal Thunder", "20.000 feet" und so weiter. Aber die kamen nie im Radio. Als ich "Back On The Streets" zum ersten Mal im Radio hörte dachte ich sofort: Cool. Das sind Saxon. Die Presse hingegen wendete sich ab. Sie waren so heiß auf die Band gewesen, aber haben sie in eine Schablone gepresst. Sie sollte so bleiben wie sie einmal war, dann würde man auch wieder berichten. Aber Du kannst nicht stehen bleiben, nur damit ein paar Zeitungen ihre Auflage erhöhen. In seiner Autobiografie "Never Surrender - Or Nearly Good Looking" schreibt Biff über Deinen Einstieg 1988, Du seiest ein wahrer Musik-Verrückter. Ich habe das beim Thank You Wacken Warm Up Gig am Dienstag in Elmshorn beobachtet: Bist du der Energie-Motor von Saxon? Nein, das würde ich so nicht sagen. Ich bewege mich auf der Bühne wie ich am Samstag Abend in einem Rock Club feiern würden - nur ohne Bass. Nein, wir versuchen unsere Energy als gesamte Band zusammen zu führen, wobei Biff und ich vielleicht zwei Energiepunkte sind. Es ist ein Zusammenspiel, das sich über 10-12 Jahre entwickelt hat, ganz organisch. Es ist Freestyle. Bei uns wird nicht gepost. Gestern hatten wir zum Beispiel Soundcheck auf der Black Stage. Der Produktionsleiter fragte "Wollt Ihr noch die Choreographie noch üben?" Und wir sagten: "Nein, lass uns Essen gehen!". Den meisten Spaß hatten übrigens unsere Kids, die die ganze Zeit über die Bühne tobten. Es war wie ein "Metal-Schnuppertag" für sie. Familie ist Euch sehr wichtig. Ihr verschiebt jetzt einen Teil Eurer Tour auf Dezember, weil es Biff´s Frau gesundheitlich nicht gut geht. Ja, das stimmt. Wir hatten in den letzten Jahren wirklich Glück. Alle Termine liefen mehr oder weniger wie geplant. Diese Umroutung ist eher prophylaktisch. Wie funktioniert das überhaupt? Biff wohnt bei Paris, Du in der Nähe von Osnabrück, die anderen Jungs in England... Das ist völlig unproblematisch. Wir haben Telefone, Email und sind innerhalb einer Flugstunde zusammen. Von Münster/Osnabrück nach Stansted ist wirklich easy um einen Pressetermin o.ä. wahr zu nehmen. Okay Nibbs, Ihr hattet den Warm up Gig vor zwei Tagen. Habt Ihr dort die Songs für heute geübt oder dürfen wir auf der Setlist ein paar Überraschungen erwarten? Ja wir lieben es vor Publikum zu proben. Die Fans bekommen ein kostenloses Konzert und für uns ist es deutlich attraktiver vor Freunden zu spielen. Wir werden einige Songs austauschen und zum Beispiel "California Girls" spielen und "Here Comes The Rain" Erfreulicher Weise kam weder der Regen noch die angedrohten Songs. Saxon lieferten einen großartigen Gig in der "Night To Remember" ab und Nibbs WAR der Motor der Performance. Mehr dazu findet Ihr beim Konzertbericht. (jeckyll) |
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