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02.03.2009 Lunatica
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Hi Andrea, der Release von „New Shores“ steht an, welche Erwartungen knüpfst Du an das Album?
Erwartungen hat man natürlich immer. Wir hoffen, dass das neue Album den Fans so gut gefällt wie uns. Wir wissen, dass es polarisieren kann, da wir einerseits etwas härter geworden sind, aber auch einige ruhige Songs haben, die sehr poppige Elemente beinhalten. Es wäre sehr schön, wenn wir uns mit diesem Album so weit etablieren könnten, dass wir in der Schweiz und außerhalb mehr wahrgenommen werden. Es könnte Tür und Tor für uns öffnen, eine größere Tour zu machen und auch im Ausland vermehrt an Festivals aufzutreten. „The Edge Of Infinity“ war ein richtiger Kracher, inwieweit verspürt man als Musiker Druck, wenn ein Nachfolger her soll, der mindestens ebenbürtig ausfallen MUSS. Ein gewisser Druck war schon da, aber man darf sich dadurch nicht soweit hemmen lassen, dass man keine Songideen mehr hat. Das war auch nicht der Fall. Alex, unser Keyboarder, schreibt die Songs. Er war das letzte Jahr wirklich sehr kreativ. Er ließ sich auch nicht dadurch beeinflussen, nur einen bestimmten Stil verfolgen zu müssen. Deshalb konnte er sehr viele Ideen verarbeiten, die vielleicht auf den ersten Blick nicht typisch für Lunatica scheinen. Wenn der Song jedoch fertig war, fügte sich alles ganz wunderbar zusammen. Ob das Album im Endeffekt besser ist als das letzte, wissen wir nicht. Es ist einfach anders und neu und natürlich macht es sehr viel Spaß, wieder neue Songs zu spielen. Inwiefern macht sich da Euer neues Label bemerkbar. Hattet Ihre alle künstlerischen und zeitlichen Freiheiten, um mit dem Album zu Rande zu kommen, oder gab es da feste Vorgaben? Wir hatten wirklich jegliche Unterstützung und alle künstlerischen Freiheiten von Napalm. Zeitlich gibt es sicherlich immer Vorgaben, aber das macht auch Sinn. Man möchte zusammen den optimalen Zeitpunkt für den Release festlegen. Wir sind aber auch der Meinung, wir lieber einen Monat mehr an dem Album arbeiten, als irgendetwas Halbfertiges abzuliefern, dass am Ende weder die Plattenfirma, noch die Fans oder uns selbst zufrieden stellt. In dieser Hinsicht war auch Napalm mit uns einer Meinung. Stilistisch habt Ihr Euch ein wenig verändert, LUNATICA klingen erwachsener, nicht mehr ganz so verspielt. War es eine bewusste Entscheidung oder einfach nur ein natürlicher Prozess? Wir wollten für dieses Album bewusst die symphonischen Elemente etwas zurücknehmen, um mehr Raum für die anderen Instrumente zu lassen. Alex hat die Keyboards reduziert, flächiger gemacht, aber auch gezielte Feinheiten eingestreut. Insgesamt wollten wir dieses Mal auch die Gitarren mehr im Vordergrund haben. Das macht die ganze Produktion erdiger und übersichtlicher. Der Rest kam auf natürliche Weise. Wenn weniger Spuren da sind, verändert sich auch der Prozess des Mischens. Dieses Mal wurde jeder Song einzeln angeschaut und auf die Weise gemischt, die zum jeweiligen Song am besten passt Bei „The Incredibles“ spielt die Umwelt textlich eine große Rolle. Die allseits „beliebte CO 2 Diskussion“ scheint ja kein Ende zu nehmen, Umweltverbände machen gegen alles mobil, was vier Räder hat und die Politik überschlägt sich europaweit mit mehr oder weniger sinnvollen Rettungsvorschlägen. Was hat Euch dazu bewogen, sich dieser Thematik anzunehmen? Das war eine ganz spontane Idee. Ich hatte die Einleitung zu Doulas Adams\'s \"Per Anhalter durch die Galaxis\" gelesen und fand es sehr witzig und ironisch, wie unser Planet dort beschrieben wird. Dass quasi jemand Unbeteiligtes von oben auf die Erde schaut und objektiv beurteilt, was vor sich geht. Genauso wollte ich dann auch den Text haben. Es soll nicht der erhobene Zeigefinger sein und extrem kritisch, sondern auf eine etwas humorvolle Art unsere Gesellschaft beschreiben und auf ein ernstes Thema aufmerksam machen. Mit „Farewell My Love“ und „How Did It Come To This“ sind Euch wieder einmal zwei sehr emotionale Stücke gelungen. Manch Kritiker dürfte sich bestätigt fühlen, dass LUNATICA es auf Chartskompatibilität abgesehen haben. Davon einmal ab, wie wichtig ist für Euch kommerzieller Erfolg, schließlich dokumentiert das ja, dass Eure Musik ankommt und positiv wahr genommen wird. Es steht bei uns nicht an oberster Stelle. Ehrlich, die Hauptsache war und ist stets, dass wir den Spaß an der Musik behalten. Wir möchten uns nicht verbiegen und nur die Musik machen, die wir auch wirklich mögen. Aber Du hast Recht. Kommerzieller Erfolg steigert den Bekanntheitsgrad und verbessert die Chancen, auch wirklich weiter Musik machen zu können. Schließlich muss die teure Produktion eines Albums auch wieder eingespielt werden. Deshalb sind wir auch abhängig davon, dass unsere Musik über das Radio verbreitet wird. Eine Ballade wird natürlich eher gespielt als ein wirklich hartes Stück. Meistens entscheiden wir gemeinsam mit der Plattenfirma, welcher Song als Radiosingle geeignet wäre. Auch ihnen ist natürlich daran gelegen, dass wir die bestmögliche Werbung erhalten und gute Verkaufszahlen erzielen. Kannst Du eigentlich von der Musik leben, oder ist noch eine andere Tätigkeit notwendig, bis der große Durchbruch kommt? Alle in der Band müssen voll arbeiten. Noch ist es leider nicht möglich, nur von der Musik zu leben. Wir machen Musik also nur nebenher, aber wir machen das so professionell wie möglich. Manchmal ist es etwas schwieriger, Termine zu koordinieren oder alle miteinander frei zu bekommen. Wir haben es bis jetzt aber immer geschafft, alles unter einen Hut zu bekommen. Das Problem ist, dass es eigentlich schon zu viel ist, um Vollzeit zu arbeiten, aber die Einnahmen noch nicht reichen, um das Arbeitspensum zu reduzieren. Deshalb braucht auch jeder von uns mal Ferien, um wirklich wieder aufzutanken und mit voller Energie einen erheblichen Teil seiner Freizeit der Musik zu widmen. Was war der beste Gig, den Du bisher mit LUNATICA gespielt hast und welches der schlimmste? Da gibt es doch bestimmt die eine oder andere Anekdote. Einer der besten war der erste Auftritt an den Metal Dayz 2001, das größte schweizer Metalfestival. Wir konnten völlig unerwartet für eine andere band einspringen und fanden uns auf einer Bühne vor 3000 Leuten wieder. Das war wirklich sagenhaft und hat uns viele Türen geöffnet. Auch an die CD-Taufe von \"The Edge Of Infinity\" denke ich sehr gerne zurück, da wir eine Riesenshow hatten mit Licht und Pyroeffekten und eine ausverkaufte Halle hatten. Als im Publikum am Ende der Show alle eine Wunderkerze in der Hand hielten, hat mich das sehr berührt. Das schlimmste Konzert war ohne Zweifel irgendwo in Zürich als wir als Headliner gesetzt waren und vor uns ca. 6 Grindcore Bands auftraten. Wir passten dazu wie eine Oma in eine Bikergang. Unsere Bühne war überschwemmt von Bier, ich musste mir übelste frauenfeindliche Sprüche anhören und irgendwann enterte so ein besoffener Schwachkopf die Bühne und rumste in die Keyboards sodass wir eine Viertelstunde Ausfall hatten. Wir haben den Gig dann aber durchgezogen, da doch einige Leute wegen uns gekommen waren und sich über die paar Kindsköpfe, die Tumult machten aufregten. Das war aber der einzige Schlimme Auftritt. Sonst haben wir überall nur gute Erfahrungen gemacht. Wie sieht es in der nahen Zukunft aus, die Tourdaten für 2009 sind ja noch rar gesäht? Wann kommt Ihr wieder rüber geschippert? Wir haben vor, im Herbst eine etwas größere Tour im Ausland zu machen. Wir sind im Moment in der Planung. Wir würden gerne als Supportact mit einer bekannteren Band mitgehen, aber da müssen wir noch schauen, wer wie wann auf Tour geht. Sobald wir es wissen, wird es auf unserer Homepage gepostet. Es lohnt sich also, dort ab und zu mal reinzuschauen. (lk) |
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