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19.12.2009 Eindig
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ES, bitte erläutere auf abgedroschene Art und Weise die Gründung von EINDIG.
EINDIG wurde im Jahr 2008 gegründet. Der Beweggrund hierfür war unser Wunsch, negative Emotionen sowie unsere Verachtung gegenüber der modernen Gesellschaft zum Ausdruck zu bringen. Genügt das? Das genügt. Und Deine Mitmusiker? Stell die doch mal eben vor. Ausser mir an Bord sind D (Gitarre) und Niets (Schlagzeug, Bass). Genug der Ausführlichkeit. Nun gut. Dann kommen wir mal zum nächsten Punkt. Die Demos, mit denen alles angefangen hat. Also zu den Demos gibt es eigentlich auch nicht viel zu sagen, da diese eine Funktion als Aushängeschild nicht auf sich vereinen. Dieses Kapitel ist geschlossen, es liegt hinter uns, als Teil unserer Vergangenheit. Das aktuelle Kapitel nennt sich „Doodschrift“ und ist der erste offizielle Langspieler von EINIDG. Im Untergrund habt ihr damit einen eindrucksvollen Achtungserfolg erzielen und in die oberen Regionen der europäischen Depressive Black Metal vorrücken können. Wenn Du das sagst, dann wird das wohl so sein. Objektiv gesehen enthält „Doodschrift“ acht Kompositionen, die sozusagen als Neufassung des Tonmaterials unserer früheren Tage aufzufassen sind und den damaligen Stand der Dinge in die Gegenwart transferiert. Glücklicherweise haben wir mit „Doodschrift“ das deutsche Label Galgenstrang Produktionen überzeugen können, die uns unter Vertrag genommen haben, einen perfekten weltweiten Vertrieb gewährleisten und uns Möglichkeiten eröffnen, die wir uns auf eigene Faust wohl nicht hätten erarbeiten können. Wir hoffen daher auf eine dauerhafte Zusammenarbeit in der Zukunft. Aktuell kursieren Gerüchte, dass ihr an einem neuen Album sowie einer Split-CD mit den amerikanischen Depressiv-Ikonen HAPPY DAYS werkelt. Kannst Du dies bestätigen – und falls ja, wie kam es zum Schulterschluss mit HAPPY DAYS? Dass wir an einem neuen Album arbeiten, kann ich nicht bestätigen. Generell arbeiten wir nicht wirklich gezielt an einem Album, sondern spielen hin und wieder mal einen Song ein, wenn uns der Sinn danach steht – und sobald ausreichend Material existiert, um über dessen Veröffentlichung nachzudenken, nehmen wir dies in die Hand. Ich kann also nicht sagen, wann das nächste Album erscheinen wird, da ich nicht weiss, wann wir die Lieder zusammenhaben. Die Split mit HAPPY DAYS hingegen kann ich bestätigen. EINDIG werden vier Tracks beisteuern, die CD erscheint als Co-Produktion von Galgenstrang Produktionen und Self Mutilation Services aus Mexiko (hier stehen HAPPY DAYS unter Vertrag). Wir sind froh, mit einem derart großartigen Künstler wir Morbid zusammenarbeiten zu können und fühlen uns angesichts dieser Chance auch sehr geehrt. Du selbst bist neben EINDIG auch noch in einer weiteren Black Metal-Band namens NACHTVORST aktiv, deren Debut zeitnah via Black Devastation Records erscheinen wird. Irgendwelche Infos hierzu? Bei NACHTVORST bin ich, wie auch bei EINDIG, für Texte und Gesang zuständig. Die Idee zur Gründung von NACHTVORST kam von Leopold, der für sämtliche Instrumente verantwortlich zeichnet. Und wieder sind wir bei einem renommierten deutschen Label untergekommen, nämlich bei Taaken und Black Devastation Records. Stilistisch würde ich NACHTVORST dem Experimental Melancholic Black Metal zuordnen, wobei auch Einflüsse aus den Bereichen Sludge und Post Rock ihren Platz gefunden haben. Erscheinen wird die CD wohl noch in diesem Jahr, limitiert auf 1000 Einheiten, über eine Vinyl-Version denken wir aktuell nach. Nun mal Deine Einschätzung der aktuellen Situation: Ist der Depressive Black Metal bereits jetzt nicht mehr als ein Trend, dem zu viele Möchtegern-Musiker nachlaufen? Jeder Musikstil setzt sich zusammen aus Führern und Geführten, aus Initiativen und Lemmingen. Bands erschaffen einzigartige Meisterwerke und viele Idioten versuchen diese in ihren Kinderzimmern zu kopieren. Von daher stimme ich Dir zu – auf der anderen Seite ist es mir egal. Wenn ich eine andere und effektivere Methode ausmachen könnte, um meine Gefühle auszudrücken und festzuhalten, so würde ich sie wohl der Musik vorziehen, denn in mir leben Empfindungen die qualvoller sind als blosser Schmerz. Vieles kann auch gar nicht zum Ausdruck gebracht werden, sondern muss als Gefühl erfahren werden, ohne vermittelt zu werden. Wenn dem so ist, stellen Musikaufnahmen wie „Doodschrift“ dann eine Gefahr dar für Menschen, die ähnlich fühlen wie Du? Lassen sich mental labile Gemüter davon beeinflussen? Natürlich treiben wir keine Leute in den Selbstmord – zumindest denke ich das. Es wäre mir neu. Jeder hat schliesslich einen eigenen Verstand, eine eigene Persönlichkeit, einen freien Willen. Und wenn viele den Wunsch verspüren, in die Dunkelheit geführt zu werden, so ist mir dies wiederum einerlei. Im Prinzip kann depressive Musik für depressive Gemüter in depressiven Wesenszuständen selbstverständlich der Auslöser sein, sich das Leben zu nehmen – insofern stellt auch „Doodschrift“ eine diesbezügliche Gefahr dar. Für meinen Geschmack repräsentativ für das Wirken von EINDIG ist der Song „De Strop“ als Monument totaler Negativität. Erzähl mal was über „De Strop“. Über den Text an sich kann und möchte ich nichts erzählen, auch wird dieser nicht publiziert und kann im Zusammenwirken mit der Musik auch nur von mir selbst gänzlich aufgefasst und emotional verstanden werden. An sich bedient sich „De Strop“ jedoch einer einfachen Thematik über die Gedankenwelt eines Todgeweihten, dem „Die Schlinge“ bereits um den Hals liegt und der Schritt über die Schwelle direkt bevorsteht. Auf den Spuren welcher Idole wandeln EINDIG lyrisch und musikalisch? Das Wort ‚Idol’ existiert für mich nicht, aber letztlich wird unsere Musik von einigen anderen Bands geprägt, wie z.B. von SHINING, SILENCER, STERBEND, NYKTALGIA oder BLOOD RED FOG. Nun wirft das Stichwort SHINING für mich die Frage auf, ob Depressive Black Metal auf die Live-Bühne gehört, oder in dunklen Hinterzimmern verbleiben sollte. Wird EINDIG je live zu erleben sein? Naja, also wenn es gelingt, eine passende Atmosphäre zu schaffen und das Publikum in den Bann der eigenen Ideologie zu ziehen, kann dies funktionieren. Es ist sodann interessant zu beobachten, welche direkten Auswirkungen die Musik auf die Gefühlswelt der Konsumenten ausübt. Wir tragen Überlegungen in uns, im kommenden Jahr eine Live-Show zu spielen, einen Live-Bassisten haben wir schon rekrutiert. Ob dieser Auftritt letztlich tatsächlich passieren wird, kann ich nicht sagen. Wir werden die Zukunft von EINDIG im Auge behalten! ES, besten Dank für das Interview. Deine letzten Worte? Al het leven was al eindig voor het begon! (hm) |
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