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30.03.2001 Madder Mortem
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Das erste Mal in meiner Schreiberlingsgeschichte bekomme ich mit dem
Gitarristen Eirik einen Musiker an die Strippe, der offensichtlich um
einiges aufgeregter ist als ich selbst. Ich komme wunderbar damit
zurecht, nur nicht mein Diktiergerät, denn der verschüchtert wirkende Eirik
spricht so leise, daß meine kaputten Ohren nur mühsam seinen
Ausführungen über die Geschichte der Band Madder Mortem folgen können.
Madder Mortem wurde 1993 gegründet, allerdings damals noch unter dem Namen "Mystery Tribe". Im Jahre 1997 wurde die 5-Track-EP "Misty Sleep" veröffentlicht, die mittlerweile ziemlich vergriffen ist, Du wirst sie in kaum einem Laden finden. Zwei Jahre später kam dann das Debüt-Album "Mercury" was unter dem englischen Label Misanthrophy-Records erschien. Danach gab es einige Line-Up-Wechsel und unter anderem kam ich in die Band, Tja, und jetzt sind wir bei Century Media und veröffentlchen gerade unser neues Album "All Flesh Is Grass". Das war die kurze Verion, die lange erzähle ich nicht, weil langweilig! Muß ja auch nicht sein und eigentlich sollte man lieber in die Zukunft der Band schauen, denn mit "All Flesh Is Grass" dürfte sie möglicherweise bald an Bekanntheit gewinnen. Ich denke, das Album ist ziemlich aufregend geworden, es herrscht zu jeder Zeit eine gewisse Spannung und die Arrangements werden nie langweilig, das Album ist sehr dynamisch und vielleicht auch ein wenig .... psychotisch? (lacht sich ins Fäustchen) Wir sind sehr zufrieden mit dem Resultat, es ist genau so, wie wir es und vorgestellt hatten! Unser Produzent hat ziemlich schnell begriffen, was wir wollten und er hat seine Arbeit perfekt gemacht! Nicht nur die Musik und der Sound an sich, sondern auch das Konzept der lyrischen Gestaltung der Songs scheint besonders gelungen. Der Titel "All Flesh Is Grass" läßt jedoch ein wenig stutzen... Agnete kam ursprünglich mit dieser Idee zu uns. Es handelt sich bei dem Titel um ein Bibelzitat, welches in erster Linie ausdrückt, daß die Menschheit lange nicht so großartig und stark ist, wie sich sich selbst oftmals sieht. Wenn man sich mal überlegt, wie groß das Universum ist, sind wir wirklich nur wie Gras, das irgendwo auf einer unendlich weiten Fläche wächst. Wir sind alle nicht annährend so wichtig, wie wir gerne wären und vor allem sind wir alle vergänglich. Agnete ist diejenige, die alle Texte bei uns schreibt, die meisten sind sehr persönliche Geschichten mir sehr vielen Metaphern, die eine Menge an Interpretationen zulassen. Jeder der einzelnen Texte bedeutet Agnete sehr viel, es gibt für sie keine unwichtige Zeile, freu Dich auf die fertige CD, denn alle Texte werden abgedruckt sein! Neben der originellen und vor allem kraftvollen Musik der Band, gibt es also auch tiefgreifende Worte zu hören und auch der Name der Formation ist kein Woolworth-Ausverkaufs-Synonym, sondern eine wohl überlegte Sache... Madder ist eine Pflanze, die mit der richtigen Pflege in einem sehr ausgeprägten rot-Ton blüht, der ein wenig purpurn schimmert. Diese Farbe heißt ebenfalls Madder, sie sieht unwahrscheinlich dramatisch aus und wird oft verwendet, um die Farbe von Feuer zu beschreiben. Mortem ist das lateinische Wort für Tod und beides zusammen klingt unglaublich cool...hihi. Nein im Ernst: Auch hier gibt es wieder viele Interpretationsmöglichkeiten, was den Namen für uns optimal macht! Wenn schon die Musik, die Texte und nun auch der Name schon schwierig zu interpretieren sind, wie zum Teufel kann man denn Madder Mortem beschreiben und vor allem: Was für eine Zielgruppe spricht man mit einer Musik an, die man selbst nicht umschreiben kann? Soll ich Dir was sagen? Ich habe überhaupt nicht den geringsten Schimmer und zerbreche mir selbst ständig den Kopf darüber! Auf "Mercury" vermittelte die Band noch eher eine eher gothic-lastige Atmosphäre, doch ich glaube nicht, daß auf dem neuen Album noch viel davon übrig ist. Mit Sicherheit ist es härter, aber es ist auch kein reinrassiger Metal. Ich habe keine blasse Idee, welche Leute wir am meisten ansprechen, vielleicht jene, die generell auf Metal mit Frauengesang stehen. Wir sind irgendwo auch froh, daß es für uns unmöglich ist, unseren Stil mit ein oder zwei Worten zu beschreiben, denn so rutscht man nicht so leicht in irgendwelche Schubladen hinein. Wir genießen es einfach, das zu machen, was uns Spaß bringt. ...die Essenz jeder guten Musik! Doch auch die Musik anderer Künstler kann Spaß machen... Wir sind alle irgendwo mit Metal groß geworden, Bands wie Metallica oder Sepultura haben damals besonders geprägt, solche Musik bedeutete uns eine ganze Menge und das tut sie immer noch! Wie gut ich das nachvollziehen kann, vor allem die Brasillianer hatten es auch mir besonders angetan und gerade "Arise" ist für mich nach wie vor eine absolute Macht. Was allerdings gefällt dem Musiker an der eigenen Band? Wir sind zusammen aufgeachsen und verstehen uns verdammt gut, die Proben machen uheimlich viel Spaß und das Klima in der Band ist einfach gut, da wir nicht nur musikalisch, sondern auch persönlich gut miteinander klarkommen. Wir wollen alle unsere Musik leben und das ist gut, dazu kommt, daß alle wirklich gute Musiker sind und die Arbeit einfach auch in gewisser Weise Professionell läuft. Professionell geht sicherlich auch die Zusammenarbeit mit Century Media von statten, war man doch vom englischen Burzum-Label Misanthrophy-Records nicht gerade mit großer Promotion verwöhnt worden... Oh ja! Die Zusammenarbeit mit Century läuft wirklich gut, jedenfalls hatten wir noch keinen nennenswerten Streit (freut sich in den Hörer). Wir fühlen uns sehr wohl und das Label macht einen guten Job, was die Promotion angeht, was wir besonders zu schätzen wissen. Als "Mercury" veröffentlicht wurde, gab es von Misanthrophy so gut wie überhaupt keine Promotion, kaum jemand bekam überhaupt Wind von uns. ...Was sich in den nächsten Monaten hoffentlich ändern wird, denn während ich das Gepräch beendete, vertraute mir der schüchterne Norweger noch an, daß man wohl in absehbarer Zeit auch verstärkt Präsenz auf dem Live-Sektor zeigen wolle. Zusammen mit einem starken Album im Gepäck dürfte es dann nicht mehr schwirig sein, die Massen zu begeistern! (cs) |
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