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04.05.2006 Gotthard
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Der Titel Eurer neuen Live-CD/DVD "Made In Switzerland" hätte treffender ja kaum sein können. Seid ihr zufrieden mit dem Ergebnis und den bisherigen Reaktionen? Wir sind sehr zufrieden. Ich habe gerade vor 2 Minuten von Uwe, unserem Manager, zwei drei Resultate für die Schweiz bekommen. Im größten Laden sind wir Nr. 1 und die CD ist ja erst seit Freitag im Verkauf. Im zweitgrößten Laden sind wir Nr. 2 und im drittgrößten Nr. 3. Für eine Live-Scheibe ist das super. Da haben wir schon Hoffnungen, in die Charts zu kommen Ende nächster Woche. Es gab auch sehr gute Reaktionen von der Presse und allgemein von privaten Leuten, die gesagt haben "Genial", "Super", "gute Qualität". Es ist ja auch wirklich eine Hammerqualität und das ist wichtig. Das stimmt, selbst ohne Bilder ist es toll und vermittelt ein Live-Feeling… Ja, genau. Wir haben versucht es ein bisschen so abzumischen, als würdest du wirklich in der Menge stehen. Wie war denn das Feedback nach der Radioausstrahlung? Das Konzert wurde damals ja auch live On-Air übertragen… Ich habe da nicht so viel gehört, das muss ich ehrlich gesagt sagen. Ich denke, die Meisten waren auf dem Konzert. Da habe ich aber auch nicht so drauf geachtet, denn das gibt es bei uns ja öfters live im Radio in dieser Sendung. Irgendeine Band spielt live… Ich glaube, die Bühne in Zürich war auch die Größte, die ihr bisher hattet. Wie hast du das Konzert für dich wahrgenommen? Das war eigentlich sehr, sehr schwer, muss ich dir ehrlich sagen. Und zwar aus einem ganz einfachen Grunde, es war einfach viel an diesem Tag. Erstens einmal war es Zürich, da sind die meisten Freunde von uns, die alte Plattenfirma, die neuen Partner, die meisten Business-Partner, fast alle Sponsoren kommen nach Zürich, da hast du immer einen riesen Besuch, dann noch die Eltern oder Freunde von jemandem… Dann geht es weiter mit den Live-Aufnahmen audio und visuell, das war doch ein riesen Druck, denn bei der ganzen Sache möchtest Du auch noch die Leute begeistern. Das war dann schon angespannt. Es war nicht immer so vollends locker, wie es den Eindruck machte und manchmal richtig schwer. Seid ihr eigentlich noch nervös vor einem Auftritt nach so vielen Tourneen? Ja! Ja klar, ich bin immer noch ab und zu zwischendurch nervös, ganz klar. Man ist nie verschont von nichts. Man weiß nie was auf einen zu kommt, läuft alles, was man geplant hat und so. Das ist immer so die Frage. Heute hat es geklappt und ich hoffe natürlich, dass es so weiter geht und klappt, aber man ist extrem nervös. Passend zum Release-Date von "Made In Switzerland" spielt ihr erneut in Zürich. Ist das Zufall oder geplant als "kleines Dankeschön"? Das war ein Zufall. Wir haben im Hauptbahnhof gespielt, denn der macht verschiedene Events. Eines war ein Open Air und das war wirklich völliger Zufall. Wir haben da natürlich auch ein bisschen die LP gefeiert. Es hat Spaß gemacht. Es war auch ein gutes Konzert. Ich konnte es mir gar nicht vorstellen. Zuerst dachte ich, es wird kein gutes Konzert wegen der schlechten Soundverhältnissen und solchen Dingen, aber das wurde dann richtig gut. Und wir haben auch gut gespielt. Ohne jetzt Angeben zu wollen, wir hätten noch einmal eine LP aufnehmen können. Gibt es auch Pläne für Auftritte außerhalb Europas zur "Lipservice" Tour? Außerhalb Europas ist geplant, ja, aber das kommt erst noch, das haben wir noch nicht auf die Homepage geschrieben. Wir werden am 15.08 in New Orleans spielen im House Of Blues und versuchen nun noch zwei bis drei Termine anzuhängen. Im Oktober gehen wir nach Mexico, Brasilien, Argentinien, also Südamerika und das wird bestimmt interessant. Wir warten noch auf Reaktionen aus Japan. Das wäre meine nächste Frage gewesen, denn dort seid ihr ja auch recht populär… Ja, sind wir, aber wir haben von den Leuten zur Zeit echt keine Antwort. Wir warten gerade noch was dort läuft, denn in Japan ist derzeit auch nicht so viel los. Es ist ein bisschen schwierig. Wir haben hier so viel zu tun, dass wir einfach mal sagen, warten wir ab, ganz gemütlich. Diesen Sommer sind wieder eine Menge Auftritte auf Festivals angesagt. Wo spielt ihr denn lieber? Auf großen Festivals oder in kleineren Clubs während einer eigenen Tour? Ich würde sagen in Clubs. 2000 Personen ist für mich immer noch schön groß. Viele Menschen träumen davon, wenn sie das füllen könnten, so wie wir es machen. Aber ich würde sagen, die großen Festivals haben natürlich auch etwas. Du kommst an neue Leute heran, nicht nur unbedingt an Fans, die wegen dir gekommen sind. Es hat was Reizvolles, es ist zwar wie eine riesen Grillparty, aber du kannst neue Herzen erobern, neue Leute erobern, aber du kannst natürlich auch viel verlieren, wenn irgend etwas technisch nicht gut läuft, oder du spielerisch nicht auf dem Niveau bist, wo du sein solltest. Das ist nicht immer so einfach. Bei den kleinen Clubs ist es halt das Gegenteil. Es ist mehr Party angesagt, der Augenkontakt ist da, man kann auch mal einen Spruch machen, es ist einfach intimer. Das eine ist ein Theater und das andere ist eine Party. Bei vielen Bands gibt es immer wieder mal Höhen und Tiefen, Besetzungswechsel etc. Ihr seid in der Vergangenheit hingegen Eurer Linie immer treu geblieben, seid eine feste Einheit ohne große Musikerwechsel und könnt Euren Erfolg entgegen des Trends immer wieder ausbauen. Was meinst du, woran es liegt? Ich denke, dass wir einfach gemerkt haben, dass wir alleine, wie soll ich sagen, alleine kommt niemand weit. Im Team sind wir stark und wir haben ein richtiges Team. Es ist natürlich schön, wenn man ein richtig gutes Team hat und sich darauf verlassen kann, wo man Spaß hat und merkt, man wird akzeptiert und respektiert. Ich würde sagen, wir haben früh genug gelernt miteinander zu leben und miteinander viele Probleme einfach zu besprechen und nicht einfach zu schweigen. Missverständnisse und Probleme müssen besprochen werden. Ich denke, das ist etwas sehr Wichtiges, was man einfach lernt. Es ist klar, es ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen, manchmal sagt man "oh der geht mir heute aber wirklich auf den Wecker", aber auf der anderen Seite weiß man genau, wenn man sie einen Tag nicht sehen würde, würden sie einem alle fehlen. Es ist immer so etwas Witziges, Hassliebe? Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll. Hass ist nicht dabei, sicher nicht. Es ist auf der einen Seite Geschäft, wir sind ja auch Geschäftspartner und auf der anderen Seite sind es Freunde und bei Freunden weiß man erst ob es Freunde sind, wenn man sich nicht mehr sieht und vermisst. Was siehst du persönlich als dein größtes Talent an? Mein größtes Talent? Ich bin multitaskfähig (lacht). Ich kann so ziemlich alles, ich habe jahrelang die Homepage gemacht, heute mache ich die ganze Geschäftsführung von uns. Jeder hat da so seine Aufgaben. Aber ich denke mein bestes Talent ist im Team zu arbeiten und einfach ein Teamplayer zu sein. Wie sieht es denn mit den Arbeiten am Nachfolgealbum von "Lipservice" aus? Habt ihr besondere Ideen hierzu? Es ist ja immerhin euer 10. Studioalbum… Was Spezielles haben wir noch nicht im Sinn, aber wir sind gerade am Songwriting, am Ideen sammeln. Da wird uns sicher noch die eine oder andere Idee kommen. Wir planen, dass es im Frühjahr nächsten Jahres raus kommt, wenn alles gut läuft. Aber da ist noch nichts Definitives geplant. Wir kümmern uns dieses Jahr wirklich um das Live spielen und dann schauen wir weiter. Aber wir wollen sicher wieder das Album toppen, wenn es geht. Immer kann man das natürlich nicht, aber wir versuchen schon seit Jahren, immer wieder ein besseres Album zu machen. Ob wir das können oder nicht, das zeigen uns die Fans. Wenn es ihnen gefällt, dann ist es fast das Schönste für uns. Aber schlussendlich liegt es an den Fans. "One Life, One Soul" mit Monserrat Caballé ist einer der Gassenhauer, den wohl keiner vergisst. Ist eine erneute Zusammenarbeit mit weiteren Künstlern geplant oder angedacht? Zur Zeit nicht. Und zwar weil es einfach unsere ganze Planung nicht zulässt. Wir sind zu sehr damit beschäftigt, jetzt diese Tour auf die Beine zu kriegen und zu überstehen. Das heißt aber nicht, dass wir das nie mehr machen würden. Es ist natürlich immer schwierig, wen nimmst du, wer ist gerade interessant für dich, wer passt zusammen. Wenn sich was ergeben würde, würden wir das sicher angehen. Das ist ja auch immer Spaß, wenn man mit denen zusammen ins Studio geht, was zusammen schreibt. Es ist immer was Spezielles, dagegen haben wir nichts. |
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