Review

Oomph! - Monster
 
Electro Metal
 
Label
Vertrieb
Zeit
Tracks
GUN
BMG
49:11 min
13


 

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Dieses Review wurde bisher 882 mal gelesen.
Hut ab und Tusch - OOMPH! zaubern mal wieder ein Hitalbum aus dem Zylinder. "Monster", lat. monstrum, ein im Verhältnis zum idealtypischen Menschen gesehen ungestaltetes Wesen, dessen Missgestalt seinen einzigen Zweck im Verweis auf das Maß findet. "Monster", die Treffsicherheit dieses Titels wird bei Betrachtung der konsequent morbiden Texte schnell klar. Wie erwartet findet sich hier Kritik an den Abgründen unserer Gesellschaft, an Schönheitswahn, tödlichen Krankheiten und Kinderschändern. Musikalisch gesehen hat das Trio das Hitpotential gesteigert und dabei am Härtegrad von "GlaubeLiebeTod" geschraubt. Ob in "Labyrinth" mit seinem wilden Furor, "Wach Auf" mit den dreschenden Gitarren oder im elektronisch stapfenden "Revolution", Tanzbarkeit ist mit "Monster" definitiv garantiert. "Die Leiter" mit an EBM-Zeiten erinnernden Intro und Deros Gesang, der monoton krächzend fast wie früher erklingt zeigt sich als Granate mit Wermutstropfen, der diesen soliden Song hoffnungslos verbittert. Es sind die melodischen Refrains von OOMPH!, die es früher in ihrer Lieblichkeit nicht gab. Einigen Songs stehen diese unglaublich gut, anderen nicht. "Lass Mich Raus" mit "Spreiz Deine Beine, Mutter"-Lyrics bleiben besser unkommentiert. Überraschend hingegen "In Deinen Hüften", welches ähnlich stupide Thematik erwarten lässt. Das in Tangogewand gekleidete Mahnmal an Turbulenzen unserer Zeit warnt gekonnt und mit sündigen Rhythmen vor mitschwingenden tödlichen Krankheiten. "Geborn Zu Sterben" führt die "GlaubeLiebeTod" Tradition der Gedichtvertonung weiter. Dieses Mal wird Gottfried Benns "Requiem" aus dem Morgue-Zyklus aufgegriffen und mit Blues versetzt. "Wer Schön Sein Will Muss Leiden" ist in seiner konsequenten Eingängigkeit ein 1a LAFEE Hit! Rasch einen Kinderreim hinzugefügt und schwupps ist der The Dome-Hit fertig. Doch mal ehrlich, mit OOMPSCH!ischer Sozialkritik tapezierte Jugendzimmer sind denen von verdrogten Castingbands verhunzten doch jederzeit vorzuziehen, oder? (sk)
Kommentare         neuer Kommentar
 
Gut getroffen, das Review! Ich bin als alter Fan auch hin- und hergerissen zwischen Begeisterung und mitunter peinlicher Berührtheit. Kinderlieder sind einfach ausgereizt (Hoppe Reiter von Rammstein, Rapunzel von Megaherz, Abzählreim von Oomph!...) und \"Lass mich raus\" ist, hm, gewagt. Tipp: Die Special Edition kaufen, da erzählen die Herren Flux, Dero und Crap auf der DVD einiges zur Studioarbeit und den Texten. Auf einmal ist das stumpf gereimte und wenig sinnige \"Die Leiter\" ein ganz anderer Song, wenn man weiß, dass es um die höchste Stufe der Masslowschen Bedürfnispyramide geht, dem Streben nach Göttlichkeit...
- mono <mono@metal-inside.de> (02.09.2008)
 
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(eingetragen von sk)
 
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Internet
 
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