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Würde ich mich im Melodic Death Metal auskennen, könnte ich bestimmt zahlreiche Bands benennen, denen der Stil des Baden-Württemberger Fünfers ZANTHROPYA EX gleicht, denn mit „Seuchenherr“ haben die Mannen um das Bruderpaar Matthias und Jens Mutschler eine Platte am Start, die in ihrer Qualität auch aus der VÖ-Maschinerie eines Major-Labels entsprungen sein könnte. Mir persönlich sagt die aufgesetzte Bösartigkeit, die sich vorrangig in den Texten widerspiegelt, kombiniert mit melodischem Death Thrash zwar nicht zu und ich bin auch im Allgemeinen nicht scharf auf eine Mischung aus Atrocity, Eisregen und Rammstein, dennoch trifft „Seuchenherr“ weitgehend ins Dunkle und überdies auch den Geschmack vieler Hörer, die sich auf ihrer rastlosen Suche nach hoffnungsvollen Newcomern gerne zu ZANTHROPYA EX verirren dürfen. Wenn man genau und ausdauernd hinhört, so wird man erkennen, dass sich die aufwendige Instrumentierung und auch die für eine Eigenproduktion recht patente Produktion an vielen Stellen um eine um Höhenflüge bettelnde, im Endeffekt aber ziemlich eintönige Portion Songwriting wickelt – die transportierte Energie überdeckt diesen Makel und lockt bisweilen sogar die Headbanger vor die Bühne. Bizarre Ansammlung contrairer Elemente, mit Wasser gekocht, aber schon ganz ordentlich – die Zukunft wird der Band gut tun und die eindeutig vorhandenen Ambitionen ausbauen – und sollten ZANTHROPYA EX tatsächlich bei einem fähigen Label unterkommen, könnten sich so einige Türen öffnen. (hm)
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