Review

HIM - Screamworks: Love In Theory And Practice
 
Love Metal
 
Label
Vertrieb
Zeit
Tracks
Sire Records/Warner
Warner
47:8 min
13


 

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"Screamworks: Love In Theory And Practice": was zunächst an einen etwas exzentrischen Selbsthilferatgeber gemahnt, entpuppt sich stattdessen als Titel des neuen HIM-Albums. Also schnell eine Kerze angezündet und auf geht´s in die Dunkelheit. Oder doch nicht? So düster klingt das gar nicht, was einem da aus den Boxen entgegenschallt. Nicht, dass bei dem finnischen Quintett nun plötzlich der rheinische Frohsinn ausgebrochen wäre, aber verglichen mit dem Vorgänger "Venus Doom", der auf ebenso dunklen wie eher metallischen Pfaden wandelte, flutet durch "Screamworks" deutlich mehr Tageslicht. Da weht sogar an der einen oder anderen Stelle etwas durch, dass man als Selbstironie interpretieren könnte: so weist beispielsweise der Opener "In Venere Veritas", der mit einem an gregorianische Chorgesänge erinnernden Zwischenteil versehen ist, die wundervolle Zeile "There´s a method to my sadness" auf, die man durchaus auch auf die Urheber beziehen könnte. Die auf "Venus Doom" vorherrschenden Doom-Anleihen fehlen auf "Screamworks" völlig, stattdessen wird mit unterschiedlichsten Anklängen experimentiert: Da findet sich Balladeskes neben Einflüssen aus punkigen Gefilden, mal überwiegen die Gitarren, mal die hochaufgefahrenen Keyboardwände. Und zu guter Letzt überraschen die infernalischen Majestäten bei "The Foreboding Sense Of Impending Happiness" mit etwas gänzlich Unerwartetem, nämlich einem atmosphärischen Ambient- Song. Derart ausgeprägte Abweichungen vom gewohnten Sound erfordern Mut, der ihnen an dieser Stelle eindeutig attestiert sei, und dürften gerade in Fankreisen für einiges an Aufsehen sorgen. "Screamworks" macht deutlich, dass hier eine Band keine Lust hat, sich festlegen zu lassen, sondern lieber die eigenen Grenzen auslotet. Die Valo´schen Melodien bleiben dabei wie gehabt über jeden Zweifel erhaben und krallen sich gnadenlos im Ohr fest; die diesmal ziemlich prominenten Keyboards geben beispielsweise dem poppigen "Scared To Death" erhöhtes Radiopotential. Mit "Disarm Me (With Your Loneliness)" haben die Herrschaften eine wunderschöne Ballade am Start, die für den Einsatz von Feuerzeugen geradezu prädestiniert ist und definitiv eins der Highlights des Albums darstellt. "Acoustic Funeral (For Love In Limbo)" ist ein klassischer HIM-Song, "Katherine Wheel" und "In The Arms Of Rain" dagegen wirken ein wenig hübsch-harmlos. Letzterem bietet das sich anschließende "Ode To Solitude" auf großartige Weise Paroli: schräg, ungewöhnlich, gut. Der musikalische Tanz auf dem Vulkan verbreitet eine derart herrlich trotzige Stimmung im Angesicht der Widrigkeiten des Lebens, das man gar nicht kann als ausgelassen den Untergang zu zelebrieren und auf diesen anzustoßen. "Here´s to the pain, the light of the on-coming train": ein Dichter verneigt sich augenzwinkernd vor seiner Muse. Na dann Prost, auf dass sie ihm noch lange erhalten bleiben möge. (br)
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