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Daß die Skandinavier eine lange Entwicklung weg vom Death Metal hin zu düsteren Klängen des Gothic gemacht haben, dürfte niemandem verborgen geblieben sein. Mit ihrem neuen Album "Judas Christ" befinden sie sich nun wohl auf dem bisherigen Höhepunkt ihrer poppigen Klänge, Mainstream pur. Schon nach dem ersten Durchlauf dieser sehr gelungenen Scheibe schießen mir Bandnamen wie SISTERS OF MERCY, HIM, aber auch METALLICA ab ihrer "Load"-Zeit durch den Kopf. Die düsteren Melodien a la "Ich schneid mir gleich die Pulsadern auf!" verschwinden mehr und mehr, auch die Texte sind wesentlich positiver. Geblieben sind die im Vordergrund stehenden Gitarren, ebenso, wie die tiefe, düstere, fast schon beruhigende Stimme von Johan Edlund. Eben das, was den klassischen Tiamat-Sound ausmacht. Die Singleauskopplung "Vote for love" hat sicherlich Hit- und Chartpotenzial; mindestens auf gleichem Level liegen "So much for suicide" oder "Too far gone" - und etwas mehr Metal schadet den Singlecharts doch nie, oder?J Alles in allem hat diese Platte für mich keinen Aussetzer. Jedoch bleibt Musik Geschmackssache, und alte Tiamat-Fans könnten bei dieser Mainstreammasse enttäuscht sein. Andererseits eröffnen sich sicherlich neue Fangemeinden, gerade im Hinblick auf die immer mehr aufkommende Popularität von Goth-Pop. (cora)
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