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Ich muß gestehen, dass ich lange überlegt habe, was hier nun wirklich in meinem CD- Player seine Runden dreht. Habe ich das Erstwerk "Sanctus Ignis" noch eher dem Bereich Power Metal zugeordnet, so kann ich das von "Underworld" nicht mehr behaupten. Adagio hat sich definitiv mehr und mehr in Richtung Prog- und Bombast- Metal entwickelt.
Gitarrist und Kopf der Band Stephan Forté versammelt allerdings auch die passenden Musiker um sich. Zum Einen wäre da die wundervolle Stimme von David Readman (PC 69), die mir jedes Mal einen Schauer über den Rücken treibt; schon gar, wenn sie solche Killerrefrains zum Besten gibt. Dann hätten wir da noch Dirk Bruinenberg von Elegy, dessen Drums den perfekten Hintergrund bilden zu symphonischem Keyboardsound von Kevin Codfert, dem unter Allem schwebenden Basssound von Franck Hermanny und Gitarrengefrickel, das seinesgleichen dem Vorbild Yngwie Malmsteen Konkurrenz macht.
Doch auch damit nicht genug. Daß Adagio beseelt ist durch klassische Musik, ist nicht neu und sehr offensichtlich. Wohin auch immer man hört, fallen einem Namen wie Mozart oder Bartók ein. Doch um wirklich tief in die Unterwelt einzutauchen, hat Herr Forté sich inspirieren lassen von diversen Black-, Death- Metal Bands und was einem sonst noch für Richtungen einfallen. Da wären Dimmu Borgir, Nile, Fear Factory, Children of Bodom, um nur einige zu nennen. Und er lässt diese Tatsache den gespannten Zuhörer deutlich wissen: in den Songs "The Mirror Stage" und "From My Sleep… To Someone Else” kreischt einem plötzlich Hreidmarr (Anorexia Nervosa) durchs Gehirn . Und es passt perfekt.
Falls es jemandem nun noch an ein wenig Filmmusik mangelt, auch damit wird gedient. "Promises" hält im wahrsten Sinne des Wortes, was es verspricht. Bei so viel Kraft auf einmal hat man das Gefühl, man zerreiße gleich, weil alles Innere nach außen drängt.
Adagio ist sicherlich eine der außergewöhnlichsten Bands der letzten Zeit. Eine solche Vermischung der unterschiedlichsten Einflüsse und Stile findet man nicht alle Tage. Doch das Experiment hätte nicht besser vollendet werden können. "Underworld" treibt die Seele in die tiefsten Tiefen der eigenen Unterwelt und hält sie dort auch nach dem letzten Ton noch gefangen. Beeindruckend.
Und bevor die Begeisterung abreißt, kann ich jedem noch die Homepage von Adagio wärmstens ans Herz legen. Selbst hier hat sich jemand mit Erfolg die größte Mühe gegeben. (cora)
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