Review

Queensryche - Operation: Mindcrime (Classix!)
 
Progressive Power Metal
 
Label
Vertrieb
Zeit
Tracks
Capitol
EMI
68:23 min
15 + 2 Bonustracks


 

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Dieses Review wurde bisher 2395 mal gelesen.
Da ist kein Zweifel möglich mit "Operation Mindcrime" haben QUEENSRYCHE aus Seattle schon 1988 das bedeutendste Album ihrer eigenen Karriere sowie gleichzeitig eines der großartigsten Werke im Bereich des Progressiven Metals veröffentlicht. Als die Scheibe damals rauskam war ich eigentlich nicht sofort Feuer & Flamme für die ganze Platte aber so nach und nach hat dieses epochale Konzeptalbum mich bis heute in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Besonders zu erwähnen ist, daß mit Operation Mindcrime zum aller erstenmal Heavy-Metal-Musiker auch außerhalb des Genres als ernstzunehmende Künstler wahrgenommen wurden und genreübergreifend positive Kritiken bekamen. Die beiden kreativen Köpfe hinter der Band, Gitarrist Chris DeGarmo und Sänger Geoff Tate, ein eigenwilliger Vocalist mit klassischer Gesangsausbildung, waren allerdings eher nicht an großen kommerziellen Erfolgen interessiert, (der sich übrigends auch nicht sofort sondern eher nach und nach einstellte!) sondern sie wollten vielmehr durch ihre herausragenden songwriterrischen bzw. technischen Fähigkeiten künstlerische Anerkennung verdienen. In der Heavy-Szene fühlten sie sich dann, auch aufgrund ihrer Meinung nach zu oberflächlicher Begeisterung, mit der Zeit immer weniger heimisch, was sich dann auch zunehmend negativ ihrer Musik widerspiegelte. Obwohl der Nachfolger "Empire" dann bereits etwas getragener und epischer ausfiel ist dieses Werk meiner Meinung nach ebenfalls noch als herausragend zu bezeichnen. Dessen Nachfolger "Promised Land" 1994 war wiederum relativ sperrig und die ganz großen Songs fehlten. Danach ging es dann allerdings steil bergab und die folgenden Alben hatten stilistisch immer weniger mit Operation Mindcrime bzw. Heavy Metal zu tun.
Die packende Story dreht sich insgesamt um vier Personen wobei die Hauptfigur der junge Nikki, auf der Straße lebt und keine Perspektive für sein Leben sieht. Er gerät in die Fänge von Dr. X, der in seiner Untergrundorganisation auf gewaltsame Weise politische Änderungen herbeiführen will. Er manipuliert Nikki mit Psychotricks und Gehirnwäsche, damit er in seinem Auftrag politische und geistliche Führer der Stadt ermordet. Dr. X versorgt den abhängigen Nikki mit Heroin dabei lernt er Sister Mary kennen, eine ehemalige Prostituierte, die von Father William von der Straße geholt wurde. Sie wird aber nicht nur vom Priester ausgenutzt und vergewaltigt, sondern ist über ihn ebenfalls in die Fänge von Dr. X geraten der wiederum Mary darauf angesetzt, Nikki zu helfen, mit seinen Taten fertig zu werden. Als Mary aber zu gefährlich wird, will Dr. X, dass Nikki sie tötet. Nikki wird mit all dem nicht mehr fertig und plant stattdessen, Dr. X zu töten, um sich und Mary zu befreien. Mary wird ermordet - von wem bleibt offen. Nikki realisiert, daß er in Mary verliebt war, ist nun am Ende und irrt hypnotisiert durch die nächtlichen Straßen (dies beschreibt die Hymne "Breaking The Silence"). Als die Welt für ihn zusammenbricht, wird er von der Polizei verhaftet ("I Don’t Believe In Love"). Alleine denkt Nikki nochmals über Marys Tod nach (Waiting For 22") und gerät schließlich in Panik ("My Empty Room") sowie fällt ins Delirium. Die Geschichte des Albums schließt sich wie ein großer Kreis: Nikki wacht im Krankenhaus auf ("Eyes Of A Stranger"), sieht sich selbst im TV, hört von den Verbrechen, die er begangen hat und langsam erinnert er sich wieder - die Worte "I Remember Now" sind seine letzten und auch seine ersten auf dem Album. OPERATION MIDCRIME ist quasi zeitlos, bietet von der Thematik eine perfekt umgesetzte Geschichte über Korruption, Abhängigkeit und soziale Missstände also solche Zustände wie wir sie gesellschaftlich auch heute noch vielerorts leider haben. Eine bestechende Produktion mit diesem typischen glasklaren Queensryche Sound haben musikalische Maßstäbe für die Ewigkeit gesetzt, an denen die Band selbst anschließend selbst scheitern mußte. Natürlich besonders mitreißend bildet der charismatische Gesang von Geoff Tate die Grundbasis für dieses Album, egal ob Heavy oder Gänsehautfaktor, der Mann beherrschte alle Facetten in allen Tonlagen perfekt. Alle Parts von der Musik über die Story fügen sich logisch und kongenial ineinander ein, teilweise mit kurzen Zwischensequenzen verbunden und lassen so beim Hörer musikalische Bilder entstehen, die so über die 60 Minuten Spielzeit für fesselnde Spannung sorgen. Besser kann man Musik nicht machen. (maio)

"Operation: Mindcrime" gehört wohl ohne zu übertreiben zu den bedeutendsten und besten Metal Alben aller Zeiten und hat QUEENSRYCHE anno 1988 in Sphären gehievt, von denen Geoff Tate wohl heute noch träumt. Mit der politisch motivierten Konzeptscheibe erreichten die Amerikaner ein beängstigend hohes Niveau und schafften es Progressiv Metal mit politischen Inhalten, genügend Härte und einer bis heute unerreichten Melodiösität zu paaren. Vom perfekten Songwriting zu den liebevoll ausgetüfftelten Arrangements bis hin zu den traumhaften Vocals von Mr. Tate, bei "Operation: Mindcrime" passte, oder sagen wir besser: passt alles. All die musikalisch herausragenden Fähigkeiten von Scott Rockenfield, Eddie Jackson, Michael Wilton, Chris Degarmo und eben Geoff Tate mündeten in 15 unglaublich homogenen und herausragenden Songs wie zum Beispiel dem allseits bekannten "Eyes Of A Stranger", dem Überhammer "Breaking The Silence", dem verschachtelten "Suite Sister Mary" und so weiter und sofort, Füller gibt es keine, sondern einfach nur traumhafte Kompositionen, die man kennen muss und die einem nie wieder aus dem Sinn gehen werden! Natürlich ist auch die Zeit nicht spurlos an den 88er Aufnahmen vorbei gegangen, und so entschloss man sich, dem gesamten Material einen tontechnischen Neuanstrich in Form eines 24 Bit Digital Masterings zu spendieren, was den Traumsongs nun auch noch einen absolut hammermäßigen Traumsound verleiht. Eben so, wie es sich für ein Jahrhundertwerk gehört. Des weiteren wurde die CD mit zwei Live-Versionen von "My Empty Room" und "The Mission" (jeweils aus dem Jahr 1990), der Entstehungsgeschichte des Albums im Booklet sowie einigen Liner Notes zum "Eyes Of A Stranger" Video-Clip versehen. Keine Frage, diesen Rerelease muss man haben, egal ob man das Original von 1988 schon besitzt, oder nicht. Allein der Hammersound rechtfertigt die Investition, zumal es die Scheibe auch noch zum Midprice gibt. (lk)
Kommentare         neuer Kommentar
 
Jo, in der Tat der Hammer!!! Wer noch´n paar Euros überhat, besorgt sich am Besten gleich noch das völlig geile "The Warning"-Album, das zwar nicht ganz so eingängig, dafür aber epischer rüberkommt. Wenn die Jungens heute wenigstens noch annähernd (klitzeklitzeklitzekleines Bissel) so klingen würden wie vor 15 Jahren...
- Tyrant (05.01.2004)
 
Meine heilige Mindcrime-LP gebe ich nicht her - aber das digital remasterde Teil hat echt Power - ein Muss für den Fan.
- hardy <hardy@metal-inside.de> (05.01.2004)
 
...und ich ARSCH!!! hab´ seinerzeit mein "Mindcrime"-Bandshirt weggeschmissen. And the Oscar for "Idiot Of The Century" goes to...
- Heavy <heavy@metal-inside.de> (05.01.2004)
 
Hey "Knacki" da haben wohl wiedermal zwei die gleiche Idee gehabt *g* .. habe meinen Senf jetzt auch noch ergänzt!!
- Maio <maio@metal-inside.de> (07.01.2004)
 
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