Review

Neurosis - The Eye Of Every Storm (Tipp!)
 
Neurotic Art Metal
 
Label
Vertrieb
Zeit
Tracks
Relapse
SPV
68:50 min
8


 

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NEUROSIS gehören zu den Bands, die man entweder liebt, oder hasst. Dazwischen gibt es nichts. Auch mit ihrem neuen Meisterwerk "The Eye Of Every Storm" wird sich daran nicht viel ändern. Nach dem letzten regulären Studioalbum "A Sun That Never Sets" stießen sie unterstützt von ex-Swans Frontfrau Jarboe der Menschheit abermals mit einem sperrigen, wie schönen Album vor den Kopf um nun erneut ein düsteres Stück Musik auf die Welt loszulassen, das sich wunderbar in den unkonventionellen Weg einreiht, den die Amerikaner bisher gegangen sind. Schon der Opener "Burn" lässt es einem eiskalt den Rücken herunter laufen. Dabei zeigen besonders die Sänger Steve Von Till und Scott Kelly, dass sie heute mehr auf ihre Stimmen Wert legen, als das bisher der Fall war. Vom einst nur wüsten Geschrei ist nicht mehr viel übrig, es wich dem melodischen Gesang, der zum Trost aller Puristen größtenteils immer noch genügend Aggression in sich birgt, um einem durch Mark und Bein zu gehen. Ebenso wie die Musik, die schleppend und bedrohlich jegliche positive Stimmung im Keime zu ersticken vermag. Gitarrenwände bauen sich vom perkussiven Drumming getrieben auf, um im nächsten Moment in ruhige, minimalistische Artrock-Gefilde zu zerbrechen, die nicht selten Assoziationen zu den kanadischen GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR wecken. Samples und Geräusche vervollständigen die Soundcollage zu einem dunklen Werk, das trotz seiner vielen ruhigen Momente aggressiver und härter als alles ist, was die Black- und Death Metal-Szene im letzten Jahr hervorgebracht hat. Vielleicht sind es gerade diese Augenblicke der Stille, die "The Eye Of Every Storm" zu diesem unglaublich harten Stück Musik machen, denn wahre Härte entsteht nur selten aus unkontrollierter Lautstärke, sondern viel öfter wie im Falle von NEUROSIS durch den gefühlvollen Einsatz von Dynamik. Die trockene Produktion von Steve Albini, ebenfalls seit Ewigkeiten ein Markenzeichen der Band, komplettiert das, was für mich definitiv jetzt schon das Album des Jahres darstellt. Besser gehts nicht! (cs)
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