|
Was macht man, wenn man musikalisch zwar kreativ ist, sich aber nicht auf eine Richtung festlegen kann? Man kann entweder doch nur eine Seite ausleben und dabei nie richtig zufrieden mit sich sein oder beides verwirklichen und auf Dauer alle Fans vergraulen und unglaubwürdig werden. Oder man zieht sich wie Mathias Lodmalm geschickt aus der Affäre und benennt einfach die Band um, wenn man die Stilrichtung ändern will. So schafft man es leicht, keine Kompromisse eingehen zu müssen und trotzdem als Cemetary bzw. nun Cemetary 1213 eine deutlich härtere, wenn auch nicht mehr rein death-mäßige Gangart anzuschlagen als unter dem Namen Sundown, die ja eher gothicorientiert und samplelastig sind/waren. Cemetary 1213 knüpft an den Song 1213 Transgalactica an, ist aber eine deutliche Weiterentwicklung. Lodmalms Handschrift ist unverkennbar, doch die Erfahrungen mit Sundown spürt man auch noch. Es ergibt sich ein experimentelles Album, das Industrial-, Gothic- und Deathelemente zu melodischem und immer wieder interessanten Sound zu verbinden weiß und sicher in keine Schublade paßt. The Beast Divine reißt einfach mit in düstere Abgründe und trägt einen dann wieder auf himmlischen Schwingen über die vorhandenen Klippen und Riffs, die dem ganzen die richtige Würze geben. Wer offen für Neues ist, aber auch die klassischen Metalelemente nicht missen will, sollte hier unbedingt ein Ohr riskieren. (arw)
|