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Was man von Kevin Moore auf jeden Fall erwarten kann, ist hohe musikalische Qualität. Und fast schon konsequente Überraschungen, wie sie das zweite Chroma Key Album bereithält. Nachdem der Vorgänger sehr ruhig ausgefallen war, ist You Go Now durch etwas härtere Beats und Soundcollagen gekennzeichnet. Was schon bei den ersten Takten auffällt und sich durch das ganze Album zieht, ist die spacige Atmosphäre, die ja schon durch das originelle Cover impliziert wird. Die sphärische Welt der Mooreschen Klänge schwingt richtig in den Ohren nach, man probiere mal Lunar aus, wenn man sein Hirn schon durch einige Promillchen verwirrt hat. Dann stellt sich fast etwas ein wie das Feeling, wenn man auf einem Schiff bei brauchbarem Wellengang schaukelt. Ein wenig Zeit braucht man schon für diese Platte, sie hat es nicht verdient, im Hintergrund durch die Boxen zu tropfen. Genaues Hinhören lohnt sich auch bei den Texten, auf denen zwar sicher nicht das Hauptaugenmerk liegt, die aber teilweise einfach bizarr - oder was soll man von einer weiblichen Stimme halten, die einem erzählt: "The program continues with tape 2"? Zum Teil sind sie auch buddhistisch-philosophisch. Im Grunde kreisen sie alle um das Motiv "Space". Die Vocals entwinden sich übrigens der Kehle Kevins höchstpersönlich. Nicht mal den Baß hat er sich diesmal nehmen lassen, nur die Gitarren hat er dann doch David Iscove überlassen. Auf You Go Now fließt alles, es gibt keine Brüche und doch ist nichts vorhersehbar, das macht es interessant und bleibt doch zugänglich. (arw)
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