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Die Idee, Drum´n´Bass und Metal zusammen auf ein Butterbrot zu schmieren ist wahrscheinlich für viele von uns so reizvoll wie sich Honig und Ziegenkäse gleichzeitig in den Mund zu stopfen. Es soll jedoch wahre Fans beider Mischungen geben. Ich jedenfalls lasse mich nach einigen Mühen von der ersteren überzeugen. Wer sich das schräge Debütalbum der Österreicher anhört, wird mit eigenwillig progressiven Kompositionen erstaunt und verwirrt. Auf der einen Seite finden sich elektronische Samples wie wir sie von KRAFTWERK kennen, auf der anderen OOMPH!- ähnliche Metallparts und in der Mitte experimentelle Breakbeats und gesprochene Samples. Teils stark verzerrter, teils gebrüllter oder gesäuselter Gesang vermengt sich mit avantgardistischem Elekro zu überraschend klaren Strukturen.
Vor allem die härteren gitarrenlastigen Tracks, der Ohrwurm "Okinawa", das melodiös derbe "Redhat" und das aggressive "Alice In Wonderland" haben es mir angetan. "Man On Ether" und "The Fallen" kommen hingegen ganz ohne Gitarren und Gesang aus und leben von vielen Beats per Minute und elektronischen Figuren aus dem Drumcomputer, wobei die extravaganten Samples wohl Geschmackssache sind.
Einer näheren Betrachtung wert sind die sowohl deutschen als auch englischen Texte. Edgar Allan Poes Vers "Allein" oder die phantasievolle Trilogie "La Ultima Hora", ein Song eingeteilt in drei Parts, lassen gleich mehrere originelle Ideen erkennen. SADAKO, zu deutsch das "tugendhafte Kind", kommt natürlich nicht ohne den obligatorischen Coversong aus - das in den 70ern entstandene "The Four Horseman" von APHRODITE´S CHILD wird herrlich sphärisch und melodiös umgesetzt.
Ich denke live werden die vier Jungs mit deutlicher Japan-Affinität sicherlich interessante Überraschungen bereithalten, denn schon beim Hören der Tracks von CD lassen sich immer wieder neue, vorher verborgene Elemente und Facetten entdecken. Von "Complete Bullshit" singen sie nur, dabei heraus kommt ausgetüftelte Musik in der es so einiges zu verstehen und entdecken gibt. Mehr davon! (sk)
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