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Sie haben also überlebt, die deutschen Comicbanausen, und melden sich mit einem fast schon fröhlichen "Hello hello, I´m back again" aus dem amerikanischen Exil zurück. Zwei Jahre nach dem wütenden WWIII versuchen sie nun, ihren aggressiven und oft destruktiven Touch um ein weiteres Attribut zu ergänzen: nicht nur schimpfen sondern anpacken lautet die aktuelle Devise. Laut und dagegen wie eh und je, aber dieses Mal mit einer großen Portion Tatendrang wird zudem noch mit der Tradition der fünfzeichigen Albumbetitelung gebrochen. Das ehemals angedachte "FUBAR" ("Fucked Up Beyond All Repair") musste dem vehementen und weitaus positiveren "Hau Ruck" weichen. Ansonsten erwarten uns kaum Änderungen, mit gewohnt derbem elektronischem Industrial Rock haben Käpt´n K und die verlorenen Söhne ihr Album voll geballert. Mit treibenden Krachern wie "Free Your Hate" (die Schlacht geht weiter bis ihr eure Moral saniert), "You´re No Good" (ich bringe euch das Übel) und "Hau Ruck" (in RAMMSTEIN-Manier mit einem schwer gerolltem R und KRAFTWERK-Introstimme) überrascht es wenig, folgt jedoch den bereits in WWIII eingeschlagenen, im Verhältnis zu den frühen 90ern eingängigeren Weg. Im fast schon bedächtigen "Real Thing" darf sich Lucia dann alleine austoben. Die Jungs mit den Lieblingswörtern "fate" und "hate" haben gelernt und bringen die besten Songs nun zu Beginn der Platte. Sie kombinieren an MINISTRY ("Every Day´s A Good Day"), NINE INCH NAILS (im infantilen französischen "Mini Mini Mini") und MARILYN MANSON ("Feed Our Fame") erinnernde Elemente auf ihre nun schon mehr als 20 Jahre erprobte eigene Art. Und auch wenn diese Tatsache viele zu einem größtenteils berechtigten "kennste eins, kennste alle" hinreißen lässt, die Amis fahren auf so was ab. Und ich übrigens auch. Mir persönlich geht jedoch das omnipräsente Anti-Bush-Gedöns etwas auf den Senkel, aber am Buhmannimage für Ausbrüche durchgeknallte Teenies muss nun mal stetig gearbeitet werden. Und mit dieser Tradition bricht auch "Hau Ruck" nicht. (sk)
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