Review

Timo Rautiainen - Sarvivuori
 
Rock
 
Label
Vertrieb
Zeit
Tracks
Cyclone Empire
Soulfood
39:40 min
10


 

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Auch anscheinend schwere Dinge können ganz tänzerisch und elegant daher kommen, das lehren schon die Elefanten auf den irre langen Stelzen des Salvador Dalí. Im Falle von TIMO RAUTIAINEN bedeutet das: Den Mann, der sonst mit seinem TRIO NISKALAUKAUS mit der Präzision eines Handchirurgen, aber der Durschlagskraft eines Schmiedehammers die kollektiven Verletzungen der finnischen Seele seziert, scheint die Leichtigkeit gepackt zu haben. Elemente aus dem finnischen Volkstanz läuten das Solo-Album von TIMO RAUTIAINEN ein - nur Spuren künden vom durchaus einmal stumpfen Dampframmen-Rock seiner Hauptband. Der "Hornberg" (so die wörtliche Übersetzung des Titels "Sarvivuori") wird mit kleinen Unterschieden und Abschweifungen bestiegen. Sparsam, aber abwechslungsreich werden die verschiedensten Elemente eingestreut - hier addiert Tuomas Holopainen ein Keyboard-Intro, dort kommt von Alexander Kuoppala ein Amorphis-esker Seventies-Gitarrensound, Timo Rautiainen selbst spielt Mandoline, Mandola und Steel Guitar - abwechselnd wird der leichtfüßige Rock so in Richtung europäischer und amerikanischer Folk gefärbt. Moment - Tuomas Holopainen? Genau - Timo und der NIGHTWISH-Frontmann kommen aus demselben Kaff und verwirklichen hier eine lange angekündigte Zusammenarbeit. Ex-CHILDREN OF BODOM-Klampfer Alexander hatte sich damals gegen die Karriere und für seine Beziehung entschieden - und es ist schön, ihn hier mit den tragenden Melodien der Songs zu hören. Weitere prominente Unterstützung kommt von SONATA ARCTICAs Tony Kakko, sowie lokalen finnischen und schwedischen Größen. Friede-Freude-Eierkuchen? Von wegen: "Pesäpallomaila" ist eine Art finnischer Baseball-Schläger, in "Punainen viiva" wird eine rote Linie überschritten, in "uskonnon pastori" hat ein religiöser Pastor seinen schrecklichen Auftritt. Und doch ist dieses Album versönlich - der Auftakt "Eteenpäin" zeigt thematisch nach "vorn", und nur nach vorn, es gibt Balladen wie "Sinulle" (an dich) und "Meille Niin Rakas" (an die sehr Geliebte) - ein Gute-Laune-Album für Liebhaber: Persönlich und versönlich, mit viel Herzblut - eine Ode auf die Freundschaft, auch wenn man sich manchmal wortwörtlich nicht versteht. (laetti)
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