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Ein Schlag auf den Solarplexus kann einen erwachsenen Menschen in die Bewusstlosigkeit hebeln. Ein Lied von SOLAR PLEXUS kann zum selben Resultat führen. Doch im Gegensatz zu ihrem Debüt "Strafe Muss Sein" bemüht das neue Album eher die Lachmuskeln als die Tränendrüsen. Die Texte sind zwar immer noch recht borniert ("Nackt ist ihr Geschlechtsorgan, ich drücke mein Gesicht daran"...), dabei aber auch ausnehmend amüsant. SOLAR PLEXUS haben delikate Lyrics, bedeutungsschwerer als zunächst erwartet, zu ihrem Merkmal gemacht, und das ist ja tendenziell schon mal gut. Wieder erkennen wird man sie sofort, Lektion eins gelernt. Musikalisch haben sie im Debüt ja bereits einiges an Ausfällen und Abwechslung parat gehabt. Nun sind sie zwar tanzbarer und härter, jedoch trotz Schalmei und Klarinette nicht besser geworden. Titelsong "Niemandsland" besticht mit einem runden Mix aus Panflöte und Bongo, schiefem Gesang und ergötzlichem Schmatzen. Besonders amüsant der Song "Mama" ("Sie weiß wie sie mich nehmen muss, sie hat die passenden Stiefel dafür. Nur ihre fette Mutter geht mir auf die Nerven..."), wummernde Elektronik mit rüden Gitarren und eben den putzigen Texten, die sich kein Stück reimen. Die Songtitel klingen häufig nach MEGAHERZ/EISBRECHER, im Stil mischt sich diese Richtung mit der von SUBWAY TO SALLY und RAMMSTEIN. Für einen kommerziellen Erfolg sind die Songs nicht eingängig genug, lässt man das schon fast poppige "Himmelfahrt" inklusive Frauengesang außer Betracht. Das Perverse an Perversität ist deren Faszination. So entwickeln Themen wie Amoklauf, Mord an besagter Mutter und Kinderschänder als TV-Quotenbringer dicht am Rande der Geschmacklosigkeit mit einem nicht ganz ernstzunehmenden Gesang eine nicht erwartete Eigenständigkeit. Null Erwartungen, null Enttäuschungen, immerhin mittelmäßiger Unterhaltungswert. (sk)
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