Review

KMFDM - Tohuvabohu
 
Electro Metal
 
Label
Vertrieb
Zeit
Tracks
Metropolis
ALIVE
51:4 min
11


 

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Ein Tohuvabohu ist ein furchtbar großes Durcheinander und außerdem der Name des neuen KMFDM- Albums, welcher treffender nicht sein könnte. Nicht nur, dass Sprachen wie Deutsch, Englisch und Spanisch multikulti zusammengematscht werden, es ehelichen sich auch Stilrichtungen wie Metal, Industrial und Dance. "Superpower", er erste sexy Song mit Saxophoneinlagen sprüht erst mal ordentlich Discoflair in die Menge. "Tohuvabohu" hingegen verspricht anfangs voll auf die Ohren zu geben und animiert zum Mitsingen. Käptn K.'s Stimme klingt hier tatsächlich melodisch und erinnert in ihrer Tiefe leicht an KOVENANT. In seiner Eigenart als Titelsong steht "Tohuvabohu" stellvertretend für das Album. Beim erstmaligen Hören kickt er gehörig, verliert aber schnell den Drall um dauerhaft zu catchen. Dafür ist das 21ste Album des Exildeutschen durchgehend tanzbar und energiegeladen. Nur handelt es sich hier um Energie mit einer recht kurzen Halbwertszeit. Nicht absprechen jedoch kann man KMFDM das Talent zum Covern. Der "Mussolini" war bereits eines der besten Stücke von "Ruck Zuck", und auch zu den neuen Helden zählt ein Cover. "Los Niños Del Parque", die spanische Version von LIAISONS DANGEREUSES, becirct mit coolem Elektrobeat, vielen KRAFTWERK eigenen Spielereien und spanisch-deutschem Text. Platz zwei der Highlightliste belegt eindeutig "Bumaye". Zunächst ruhig und bedächtig schleicht er sich von hinten an die Ohrmuschel. Lucia singt bedächtig und genau, elektronische Klänge säuseln durchs Gehör, deftige Gitarren ergreifen die Macht und werden schließlich von Geigen besiegt. Sowohl musikalisch als auch textlich gesehen ist dieser Song einer der besten, den KMFDM je gemacht haben. Besonders die Passage, in der Lucia in wütend-süßem Deutsch erzählt warum sie kotzen könnte ergreift. "Saft Und Kraft", der Song, dessen Name klingt wie aus Batterie- oder Zitrusfrucht-Werbung, beginnt ganz amüsant mit sächsischem Samples und gefällt kurzzeitig. Den Rest von "Tohuvabohu" hat man in seiner Elektro-Gitarren-Mischung irgendwie schon mal irgendwo gehört. Wütend, rotzig und unglaublich eingebildet. Hübsch. (sk)
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