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Cascade gibt es seit 6 Jahren, und wie eine echte Band haben sie auch schon drei Besetzungswechsel hinter sich und können immerhin schon einige Veröffentlichungen vorweisen. The Fearsome Cry ist eine Mini-CD, die im Herbst letzten Jahres aufgenommen wurde. Insgesamt ist sie sehr stimmungsvoll geraten, mit schönen Melodien, die sich manchmal nicht gleich beim ersten Anhören, aber dann um so intensiver erschließen. Die Jungs verstehen was vom Songwriting, die Lieder sind alle gut durchstrukturiert, dies jedoch nicht im Einheitsbrei, vielmehr sind die Songs alle einzigartig und können für sich alleine stehen. Die melancholische Grundstimmung und ein gewisser roter Faden zieht sich trotzdem durch das Album. The Fearsome Cry, der Titelsong, kann mit schönen zweistimmigen Gesängen aufwarten, beginnt recht ruhig, steigert sich dann aber. Nach einem ruhigen und gekonnten Übergang folgt wieder eine Steigerung und dann ein ziemlich phantasievoller Instrumentalteil, in dem vor allem der Baß dominiert. Der Refrain wird am Schluß variiert und rundet das Stück gut ab. Master of Illusion, das zweite Lied, beginnt mit einem schönen Gitarre/Keyboard-Intro und läßt sodann die Drums etwas druckvoller aufspielen als im Vorgängersong. Dafür ist leider der Gesang nicht sonderlich kräftig. Die Stimme von Thomas ist zwar schön und erinnert ein wenig an Fernando von Moonspell, könnte aber an manchen Stellen etwas selbstbewußter eingesetzt werden. Insgesamt überzeugt aber auch dieser Song, besonders durch die druckvolle musikalische Ausarbeitung. Out of sight nutzt gekonnt elektronische Effekte, ist noch härter als Master of Illusion und driftet teilweise ein wenig ins Industrial-Lager. Das Keyboard wird dabei ziemlich geschickt eingesetzt, um die melancholische Grundstimmung zu halten, auch der Gesang wird mit Hilfe der Effekte ziemlich interessant. Cascade setzen hier altbekannte Mittel neu zusammen. Für mich der schönste Song der Platte. Need her badly ist zunächst wieder etwas ruhiger, das Keyboard dominiert, und Cascade zeigen auch hier, daß sie es verstehen, Inhalt und Musik zusammenzubringen. Allerdings könnte Irgendjemand der Band mal sagen, daß man Textzeilen besser nicht mit dem Holzhammer ins Metrum prügeln sollte, aber dies nur am Rande. Der zweite Teil wird wieder etwas härter und schneller und bildet damit einen Kontrast zum letzten Stück, Reflections. Dies ist der ruhigste Song, bei dem der Sänger durch eine brillante Melodieführung besticht, leider auf Kosten der Background-Musik, die etwas eintönig wirkt und erst am Ende wieder interessanter wird. Allerdings darf man dem Künstler diese Freiheit durchaus lassen, schließlich ist der Song ja schon durch den Titel als nachdenklicher angelegt. Insgesamt ein sehr gelungenes Album, überraschend gut produziert und für Freunde düsterer und mollig-warmer Klänge sehr zu empfehlen. (Vielleicht lieber im Winter anzuhören). Musikalisch sehr abwechslungsreich und eigenständig, man kann zwar über diverse Einflüsse spekulieren, mir sind aber beim Anhören derart viele Bands in den Kopf gekommen, daß es müßig wäre, nach Vergleichen zu suchen – es würde eh keiner die Band ganz charakterisieren. Wer sich für die Scheibe interessiert, sollte sich an Markus wenden (s. Kontakt). Er schickt sie für 13,- inkl. P+P gerne zu. (arw)
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