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Die schlechte Nachricht zuerst: finde ich ein neues "Hey Man, Nice Shot" oder "(Can You) Trip Like I Do" oder zumindest ""Best Things"? Leider nein. Die gute Nachricht gleich hinterher: gibt es einen neuen Kommerzausrutscher wie "Take A Picture"? Jein, gar so schmalzig nicht, höchstens das grüblerische "Only You". Dennoch gibt es vornehmlich leicht Verdauliches, die PANTERA- oder MINISTRY-Anleihen vom Vorgänger "The Amalgamut" (z.B. damals in "So I Quit") gibt es nicht mehr, aufs Gaspedal wird in gerade mal zwei Songs getreten ("What's Next" und das arschtretende "The Take"). Aber zugegeben, der betörende Gesang in fast schon balladesken Songs ist schon immer eine Stärke der Industrial-Rocker von FILTER gewesen. Das bärenstarke "In Dreams" etwa hat unbequem treibende, fette Riffs und einen ordentlichen Chorus, erinnert mitunter an 30 SECONDS TO MARS (und ja, ich weiß, wer eher da war), viele andere Songs zeigen das zu erwartende Gespür für Melodien, für meinen persönlichen Geschmack fast zu wenig von unterdrückter Aggression (wohl aber in "I Keep Flowers Around", mehr davon!). Dafür gibt es die volle Portion Melancholie - "Anthems" halt, Hymnen haben nun mal Pathos verdient. Unterm Strich bleibt aber auf jeden Fall ein packendes, intensives Rockalbum, mit griffigen Songs voller Wiedererkennungswert, emotionaler Vielschichtigkeit, eigentlich keinem Ausfall. Was das Soldaten-im-Irak-Grundthema angeht, da muss ein Interview Klärung schaffen, die Musik jedenfalls ist großartig. Willkommen zurück, FILTER!
Was die Remixes am Ende der Platte angeht: gerade der des Openers "Soldiers of Misfortune" ist bärenstark in seiner extrem chilligen und reduzierten Form, die Richard Patricks Gesang ganz ohne Gitarrendruck ganz alleine glänzen lässt, beeindruckend in seiner Klasse!. Die anderen beiden Alternativversionen fallen eher in die Kategorie "tanzbares Füllmaterial", wobei "The Take" hier durchaus auch zu gefallen weiß. (mono)
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